Medac Jubiläum
Mitomycin von Medac – 40 Jahre Erfahrung in der Blasenkrebstherapie


Das Harnblasenkarzinom zählt – nicht zuletzt auch demographisch bedingt – zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland [1] und wird zu 75% im nichtmuskelinvasiven Stadium erstdiagnostiziert [2]. Mit Mitomycin und Bacillus Calmette-Guérin (BCG) stehen zwei etablierte, effektive Wirkstoffe zur Behandlung des nichtmuskelinvasiven Harnblasenkarzinoms (NMIBC) zur Verfügung, deren Therapieoptionen längst nicht ausgeschöpft sind. Insbesondere mit Blick auf die Mitomycin-Therapie und deren Stellenwert in den Behandlungsleitlinien hat sich über die letzten 40 Jahre viel getan [3,4,5].

Etablierung von Mitomycin in Deutschland

Im Jahre 1958 wurde Mitomycin in Japan aus dem Bodenbakterium Streptomyces caespitosus isoliert [6] und in den 1960ern dort auch erstmals intravesikal bei Blasentumoren angewendet [7]. Durch das Engagement der Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH können seit 1978 auch deutsche Blasenkrebspatienten erfolgreich mit Mitomycin behandelt werden. Seitdem hat Medac die Erforschung von und Therapie mit Mitomycin kontinuierlich mitgestaltet.

Anfang der 80er Jahre trug die durch Medac unterstützte klinische Studie „Mitomycin Instillation to Prevent Recurrence of Superficial Bladder Carcinoma“ [8] entscheidend dazu bei, die 20 mg Dosierung mit mito-medac® in Deutschland zu etablieren [9]. Anschließend legte das Unternehmen einen Entwicklungsschwerpunkt auf die Sicherheit und Vereinfachung der Anwendung von Mitomycin. 1992 führte Medac weltweit erstmalig ein Instillationsset für mito-medac® (20 mg) ein. Dieses geschlossene System minimierte dabei nicht nur den Arbeitsaufwand durch eine vereinfachte Handhabung, sondern erhöhte zugleich die Sicherheit im Handling des Zytostatikums, so dass auch ArztherlferInnen die Instillation vornehmen konnten.

Optimierung der Mitomycin-Instillationstherapie – Dosiserhöhung und Hyperthermie

Im Laufe der Weiterentwicklung der NMIBC-Therapie mit Mitomycin konnte gezeigt werden, dass sich eine Dosisoptimierung von 20 auf 40 mg in der adjuvanten Therapie positiv auf die Effektivität auswirkt und die Rezidivfreiheit sogar verdoppelt [10,11,12]. Medac nahm diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Anlass, im Jahre 2003 mito-extra® 40 mg mit Instillationssystem in den deutschen Markt einzuführen. Mittlerweile gilt Mitomycin 40 mg als internationaler Standard in der Therapie des mit einer hohen Inzidenz assoziierten nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms.

Neben der effektivsten Dosierung stellt die limitierte Permeabilität der Blasenschleimhaut bei der Instillationstherapie mit Mitomycin eine Herausforderung dar. Als vielversprechend gilt hier ein intensivierter Ansatz durch Hyperthermie. Diese kann insbesondere NMIBC-Patienten, denen die Entfernung der Harnblase droht, eine konservative Therapie ermöglichen. Deshalb bietet Medac seit 2015 auch die Hyperthermische IntraVEsikale Chemotherapie (HIVEC) an. Bei diesem geräteunterstützten Verfahren wird das Mitomycin außerhalb des Körpers auf 43° C erwärmt und dann in die Blase instilliert. Eine Zirkulation des Wirkstoffs zwischen Gerät und Harnblase ermöglicht dabei die präzise und optimale Wirkstoffverteilung. Zu den Vorteilen der Kombination von Mitomycin mit Hyperthermie versus der Instillation von Mitomycin bei Körpertemperatur zählen unter anderem die bessere Gewebedurchdringung, die bis zu 10-fache Erhöhung der zytostatischen Wirksamkeit des Mitomycins und eine Aktivierung des körpereigenen Immunsystems [13].

Verbesserte Mitomycin-Formulierung für schnellere Löslichkeit und sichere Anwendung

Die Anwender immer im Blick produziert und vertreibt Medac seit 2017 ein neues, verfeinertes mito-extra® (Mitomycin) aus eigener europäischer Produktion [14]. Durch den Einsatz von Harnstoff als Trägermaterial wurde bei gleichbleibender Reinheit eine deutlich schnellere Löslichkeit und isotone Darreichung erreicht.

Die Therapie des nichtmuskelinvasiven Harnblasenkarzinoms mit dem etablierten Wirkstoff Mitomycin ist demnach noch lange nicht ausgereizt. Weiterentwicklungen wie die Hyperthermie und neue Erkenntnisse zu Dosisoptimierungen tragen dazu bei, das Potenzial des bewährten Wirkstoffes auszuschöpfen und die Therapie weiter zu optimieren.

Literatur:
[1] Robert Koch Institut (Hg.). Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016, Berlin 2016.
[2] Babjuk M et al. EAU Guidelines on Non-muscle-invasive Bladder Cancer. Presented at the EAU Annual Congress Copenhagen 2018. URL: http://uroweb.org/guideline/non-muscle-invasive-bladder-cancer/ (Stand: 17.10.2018).
[3] Raheem OA et al. Therapeutic Use of Mitomycin C for Urological Conditions: Systematic Review of the Literature. Urology Practice. 2016;3:283-8.
[4] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms, Langversion 1.1, 2016, AWMF-Registrierungsnummer 032/038OL. URL: http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Harnblasenkarzinom.92.0.html (Stand: 09.10.2018).
[5] Tan WS et al. Management of non-muscle invasive bladder cancer: A comprehensive analysis of guidelines from the United States, Europe and Asia. Cancer Treat Rev 2016,47:22–31.
[6] Wakaki S et al. Isolation of new fractions of antitumor mitomycins. Antibiot Chemother. 1958;8:228-40.
[7] Shida K et al. Treatment of bladder cancer with instillation of Mitomycin C. Jpn. J Clin Urol. 1967;21:1075-9.
[8] Huland H, Otto U. Mitomycin instillation to prevent recurrence of superficial bladder carcinoma. Results of a controlled, prospective study in 58 patients. Eur Urol. 1983;9:84-6.
[9] Huland H et al. Long-term mitomycin C instillation after transurethral resection of superficial bladder carcinoma: influence on recurrence, progression and survival. J Urol. 1984;132:27-9.
[10] Cecchi et al. La mitomicina C nella prevenzione ddlc récidive dei tutnori superficiali della vescica: 10 anni di esperienza. Acta Urol Ital.1992;Suppl.4:137–8.
[11] Au J et al. Methods to improve efficacy of intravesical mitomycin C: results of a randomized phase III trial. J Natl Cancer Inst. 2001;93:597–604.
[12] Ohsugi H et al. Acta urologica Japonica. Efficacy of Prophylactic Intravesical Mitomycin C in Patients with Non-Muscle-Invasive Bladder Cancer. 2014;60(8):375-9.
[13] Liem EI et al. Chemohyperthermia in non-muscle-invasive bladder cancer: An overview of the literature and recommendations. Int J Hyperthermia. 2016;32:363-73.
[14] Medac Pressemitteilung vom 19.01.2017.




Quelle: medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH
Theaterstraße 6
D – 22880 Wedel
www.medac.de




25. Oktober 2018

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