EU-Zulassung für KEYTRUDA® (Pembrolizumab) + Padcev® (Enfortumab vedotin) für
Cisplatin-ungeeignete Patienten mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom
KEYTRUDA® (Pembrolizumab), die Anti-PD-1-Therapie von MSD, in Kombination mit Enfortumab vedotin, einem
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (antibody drug conjugate, ADC), von der Europäischen Kommission als neoadjuvante
Behandlung und anschließend nach einer radikalen Zystektomie als adjuvante Behandlung für Erwachsene mit
resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom (muscle invasive bladder cancer, MIBC), die für eine
Cisplatin-basierte Chemotherapie ungeeignet sind, zugelassen wurde. Damit ist diese Kombination nun
das erste und einzige in der Europäischen Union (EU) zugelassene Regime aus einem PD-1-Inhibitor
und einem ADC in diesem Therapiesetting. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der
Phase-III-Studie KEYNOTE-905, in der die perioperative Therapie aus Pembrolizumab in Kombination
mit Enfortumab vedotin eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des ereignisfreien
Überlebens (event-free survival, EFS) und des Gesamtüberlebens (overall survival, OS, sekundärer Endpunkt)
im Vergleich zur alleinigen Operation zeigte. Das Risiko für ein EFS-Ereignis war unter der Kombinationstherapie
um 60% und das Sterberisiko um 50% reduziert.
In der Studie KEYNOTE-905 (auch bekannt als EV-303), die in Zusammenarbeit mit Pfizer und Astellas
durchgeführt wurde, zeigte Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin als perioperative Behandlung
bei Patienten mit MIBC, die nicht für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignet sind oder diese ablehnten,
eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des EFS, des OS (sekundärer Endpunkt) und
der pathologischen Komplettremissionsrate (pathological complete response, pCR, sekundärer Endpunkt) im
Vergleich zur alleinigen Operation. Unter der Kombinationstherapie war das Risiko für EFS-Ereignisse im
Vergleich zur alleinigen Operation um 60% reduziert (Hazard Ratio [HR]=0,40; 95%-Konfidenzintervall
[KI]: 0,28–0,57; p Das mediane EFS wurde für Pembrolizumab in Kombination mit
Enfortumab vedotin nicht erreicht (n.e.) (95%-KI: 37,3–n.e.) im Vergleich zu 15,7 Monaten (95%-KI: 10,3–20,5)
für die alleinige Operation. Zudem war unter dem Kombinationsregime das Sterberisiko im Vergleich zur alleinigen
Operation um 50% reduziert (HR=0,50; 95%-KI: 0,33–0,74; p=0,0002, sekundärer Endpunkt).
Das mediane OS wurde für Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin ebenfalls nicht
erreicht (95%-KI: n.e.–n.e.) im Vergleich zu 41,7 Monaten (95 %-KI: 31,8–n.e.) für die alleinige Operation.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Differenz in Bezug auf die pCR-Rate
(57,1%; 95%-KI: 49,3–64,6 vs. 8,6%; 95%-KI: 4,9–13,8; p <0,0001, sekundärer Endpunkt).
Die Zulassung folgt einer positiven Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel
(Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur
(European Medicines Agency, EMA) im Mai 2026. Über MSD haben an der Studie KEYNOTE-905 an
10 Zentren in Deutschland insgesamt 27 Patienten teilgenommen.
„Patienten mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie
ungeeignet sind, sehen sich mit einer aggressiven Erkrankung konfrontiert, für die es nur wenige wirksame
Therapien gibt, wobei die alleinige Operation seit Langem als Therapiestandard gilt“, sagte
Professor Christof Vulsteke, Leiter des Integrated Cancer Center Ghent (IKG) und der Clinical Trial
Unit Oncology Ghent sowie leitender Prüfarzt der Studie KEYNOTE-905. „Basierend auf belastbaren
Daten der Studie KEYNOTE-905 ist diese Zulassung ein Wendepunkt bei der Versorgung des Blasenkarzinoms.
Damit wird eine potenziell praxisverändernde perioperative Therapieoption eingeführt, die Behandlungsergebnisse
für diese unterversorgte Patientenpopulation in der Europäischen Union signifikant verbessern und deren
Überleben signifikant verlängern könnte.”
„Für Patienten mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom in Europa stellt diese Zulassung eine
bedeutende Verbesserung dar, nachdem jahrelang mäßige Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt wurden“,
sagte Dr. Marjorie Green, Senior Vice President und Head of Oncology, Global Clinical Development, bei
den Forschungslaboren von MSD. „Als erstes Kombinationsregime aus einem PD-1-Inhibitor und einem
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das in diesem Therapiesetting zugelassen ist, hat diese Behandlung das
Potenzial, einen dringenden medizinischen Bedarf zu decken. Dies spiegelt unser kontinuierliches
Engagement wider, mit dem wir uns für die Bereitstellung innovativer Pembrolizumab-basierter Therapien
für Patienten mit Blasenkarzinom weltweit einsetzen.“
Diese Zulassung erlaubt die Vermarktung dieses Pembrolizumab-basierten Therapieregimes für diese
Indikation in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Wann
Pembrolizumab für diese Indikation in einzelnen EU-Ländern kommerziell erhältlich sein wird,
hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. dem Abschluss der Erstattungsverfahren auf nationaler
Ebene.
Presseinformation MSD Sharp & Dohme GmbH