
Der Zusammenhang zwischen Testosteronersatztherapie und dem Auftreten von Hüftfrakturen: Eine retrospektive Analyse mit Vergleichsgruppe
Es wurden Subgruppenanalysen nach Alter (35-45 Jahre, 46-55 Jahre, 56-65 Jahre, 66-75 Jahre) und Geschlecht (männlich oder weiblich) durchgeführt, sowie Variablen wie Hypogonadismus, chronische Nierenerkrankung, Osteoporose, Anwendung von Bisphosphonaten, Arthrose, Lungenerkrankung, Herzinsuffizienz, Demenz, Alkoholmissbrauch, Übergewicht/Adipositas (Body-Mass-Index >25 bzw. >40) kontrolliert. Für jeden Vergleich wurden adjustierte Odds Ratios (aORs) sowie die zugehörigen 95%-Konfidenzintervalle (CIs) berechnet, die statistische Signifikanz lag bei p <0,05.
Die adjustierte multivariate Regression ergab, dass Patienten der TRT-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine adjustierte Odds Ratio (aOR) von 0,58 (95%-KI: 0,51 bis 0,66; p <0,001) hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit eine Hüftfraktur zu erleiden aufwiesen. Bei Stratifizierung nach Geschlecht zeigte die adjustierte multivariate Analyse für Männer unter TRT eine aOR von 0,61 (95%-KI: 0,53 bis 0,72; p <0,001) für die assoziierte Inzidenz von Hüftfrakturen vs. Kontrollgruppe. Bei weiblichen Patienten unter TRT lag die aOR für die assoziierte Inzidenz von Hüftfrakturen versus Kontrollgruppe bei 0,49 (95%-KI: 0,38 bis 0,63; p <0,001).
Geriatrische Patienten der TRT-Gruppe, Alter von 66 bis 75 Jahren, wiesen über alle Kohorten hinweg eine deutlich geringere assoziierte Inzidenz von Hüftfrakturen im Vergleich zur Kontrollgruppe auf: aOR 0,42 (95%-KI: 0,35 bis 0,51; p <0,001) für die Gesamtkohorte, aOR 0,41 (95%-KI: 0,33 bis 0,51; p <0,001) für Männer und aOR 0,31 (95%-KI: 0,21 bis 0,44; p <0,001) für Frauen.
Die Studie liefert neue Erkenntnisse über die Auswirkungen einer Testosterontherapie auf orthopädische Ergebnisse.
Prospektive, randomisierte, kontrollierte Studien sind jedoch erforderlich, um die kausalen Zusammenhänge zu bestätigen und abschließend festzustellen, ob die TRT direkt zu einer Verringerung von Hüftfrakturen führt. Dies könnte helfen, die Rolle der TRT bei Männern und Frauen mit einem Risiko für Hüftfrakturen besser einzuordnen.
Einschränkungen: Die Studie ist retrospektiv und kann daher keine Kausalität beweisen. Daten zu Dosierung, Formulierung und Therapietreue der TRT fehlen. Weitere Einflussfaktoren wie Ernährung, Aktivität oder andere Medikamente wurden nicht erfasst. Die Ergebnisse sind nur eingeschränkt auf Frauen übertragbar.
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