Die Studiendaten stammen aus den Erhebungszyklen 2013–2014 und 2015–2016 der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES)
und konzentrierten sich auf Männer älter als 20 Jahre in den USA.
RC wurde als Differenz zwischen Gesamtcholesterin (TC) und der Summe aus
HDL-Cholesterin (HDL-c) und LDL-Cholesterin (LDL-c) gemessen. Die Analysen zum Zusammenhang zwischen RC und niedrigem
Testosteronspiegel umfassten logistische Regression, Subgruppenanalyse, Kurvenanpassung und Mediationsanalyse.
Ein niedriger Testosteronspiegel wurde bei erwachsenen Männern als Serumtestosteronwert unter 300 ng/dl definiert
(gemäß den Richtlinien der American Urological Association (AUA).
Im Rahmen dieser Studie wurden Daten von 2.248 Teilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 47,04 ± 0,49 Jahren analysiert
und bei 442 Probanden ein niedriger Testosteronspiegel festgestellt. Beim Vergleich der klinischen Basischarakteristika der
Gruppe mit Testosteronmangel mit denen der Gruppe ohne Testosteronmangel hat ergeben, dass die Patienten in der Gruppe
mit Testosteronmangel älter und häufiger verheiratet waren und sie wiesen einen höheren BMI, HOMA-IR-Wert und höhere Triglyceridwerte
auf (
p <0,01). Sie zeigten eine höhere Inzidenz von Diabetes, Hypertonie,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischer Nierenerkrankung auf, hatten jedoch niedrigere HDL-Cholesterin-, Serum-Gesamttestosteron-
und SHBG-Werte (
p <0,001) als Männer in der Gruppe ohne Testosteronmangel. Probanden mit niedrigem Testosteronspiegel
hatten signifikant höhere RC-Werte als solche mit normalem Testosteronspiegel (22,28 ± 0,42 vs. 29,19 ± 0,88,
p <0,001).
Die Subgruppenanalyse identifizierte keine spezifischen Populationen. Es wurde aber festgestellt, dass der Body-Mass-Index (BMI)
und der HOMA-IR-Wert diesen Zusammenhang teilweise vermitteln.
Es zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen RC und niedrigem Testosteronspiegel (OR=1,02; 95%-KI: 1,01–1,03;
p <0,001).
Die logistische Regressionsanalyse ergab einen signifikanten Zusammenhang zwischen RC (als kontinuierliche Variable)
und dem Risiko für einen niedrigen Testosteronspiegel. Ohne Berücksichtigung anderer Variablen war ein erhöhter RC-Wert mit
einem höheren Risiko für die Entwicklung eines niedrigen Testosteronspiegels assoziiert (
p <0,001).
Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung zusätzlicher Kovariaten signifikant (
p <0,001).
Andererseits hatten Personen mit RC-Werten über 24 mg/dl ein um 73% höheres Risiko für einen niedrigen Testosteronwert als Patienten mit RC-Werten
unter 24 mg/dl (
p <0,001). Bei Einteilung der RC-Werte in Quartile zeigte sich im
höchsten Quartil ein signifikant erhöhtes Risiko (2,19-fach höher als im niedrigsten Quartil;
p <0,001) (p für Trend
p <0,001).
Die Analyse mittels Kurvenanpassung ergab einen linearen Zusammenhang zwischen RC und dem Risiko eines niedrigen
Testosteronspiegels (
Abb.).