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Neurogene überaktive Blase
Niedrig-frequente repetitive transkranielle Magnetstimulation ist nach Schlaganfall eine effektive Option
Die niedrig-frequente repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) des kontraläsionalen primären
motorischen Cortex (M1-Cortex) ist eine effektive,
sichere und kostensparende Therapieoption für Überlebende eines Schlaganfalls mit neurogener überaktiver Blase,
so das Ergebnis einer prospektiven, randomisierten und verblindeten Studie.
Etwa 32-79% der Schlaganfallüberlebenden leiden unter einer neurogenen überaktiven Blase (OAB). Die Kosten
für die neurogene OAB ist gegenüber der idiopathischen OAB ungefähr 2-3-fach erhöht. Nicht-medikamentöse
Therapien können bei Patienten mit neurogener OAB aufgrund von kognitiven Defiziten eine Herausforderung
sein und zu einer reduzierten Adhärenz und zu Frustrationen führen. Beckenbodenmuskeltraining kann außerdem
bei Patienten mit Spasmen, schlechter motorischer Kontrolle oder hypertonischen Beckenbodenmuskeln
wenig effektiv, wenn nicht sogar kontraindiziert sein. Eine vielversprechende Alternative ist die niedrig-frequente
repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS).
Patienten/Methoden
entsprachen 60 Patienten und wurden in die beiden Studienarme randomisiert
In dieser randomisierten, hinsichtlich der Auswertung verblindeten und scheinkontrollierten Studie erhielten
60 Schlaganfallüberlebende, die den Einschlusskriterien für
eine neurogene OAB entsprachen über einen Zeitraum von vier Wochen dreimal wöchentlich
entweder eine aktive rTMS (1200 Impulse bei 80% der motorischen Ruhe-Schwelle [RMT]) oder eine
Scheinbehandlung (20% RMT) am kontralateralen primären motorischen Kortex.
Primär wurde die Schwere der OAB-Symptome und sekundär die
OAB-assoziierte Lebensqualität, die Resilienz
und die Adhärenz untersucht. Als Messinstrumente
dienten der OAB-Symptom-Score (OABSS), der Incontinence Quality of Life (I-QOL)-Fragebogen und
die Brief Resilience Scale (BRS). Die Erhebungen erfolgten zu Studienbeginn sowie in Woche 4 und
Woche 8. Die Effekte wurden mittels Kovarianzanalyse für Messwiederholungen ausgewertet.
Für die Kosten-Nutzen-Analyse wurden gesellschaftliche Kosten und qualitätskorrigierte
Lebensjahre (QALYs) herangezogen.
Ergebnisse
Im Ergebnis zeigte sich die
aktive rTMS statistisch und klinisch der Schein-Stimulation überlegen. Die aktive rTMS resultierte in
signifikant stärkerer Reduktion der OAB-Symptome verglichen mit der Schein-rTMS sowohl nach 4
als auch noch 8 Wochen (beide p<0,001). In der aktiven Gruppe wurde mit einem Unterschied
von 4,31 Punkten die Grenze für einen klinisch signifikanten Unterschied (≥3 Punkte) überschritten.
Auch bei den sekundären Endpunkten war die aktive rTMS signifikant erfolgreicher als die Schein-rTMS.
Die ökonomische Evaluation zeigte geringere totale Kosten mit der aktiven gegenüber der Schein-rTMS
bei erhöhten QALYs.
Die rTMS wurde von beiden Studiengruppen gut vertragen. Nur 3 Patienten (2 unter der aktiven
und 1 unter der Schein-rTMS) berichteten milde transiente Kopfschmerzen. Die Adhärenz war
hervorragend, alle Patienten komplettierten alle 12 Sitzungsprotokolle während der 4-wöchigen
Therapieperiode. Zur Nachbeobachtung nach 8 Wochen gingen 3 Patienten der Befragung aufgrund
von Terminkonflikten verloren.
Fazit
Die multidimensionalen Ergebnisse der prospektiven Studie bestätigen die niedrig-frequente rTMS
als sichere, wirksame und potenziell kostensparende Therapie für Schlaganfallüberlebende mit
neurogener OAB. Konfirmatorische Studien mit größeren Studienpopulationen, aktivem Komparator und
längerer Nachbeobachtungszeit werden benötigt.
Ali MU, et al. 2026.
Clinical efficacy and preliminary cost-utility of low-frequency repetitive transcranial magnetic stimulation versus
sham stimulation for neurogenic overactive bladder in stroke survivors: a randomized controlled trial.
Neurorehabil Neural Repair 2026; 40: 603-614
September 2026
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