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78. DGU-Kongress
Bessere Blasenfunktion, mehr Lebensqualität: UPSIDE-Studie - Ergebnisse mit intravesikalem Oxybutynin bei Patienten mit NDO
Eine neurogene Detrusorüberaktivität (NDO) kann infolge unterschiedlicher neurologischer Erkrankungen oder Schädigungen auftreten,
unter anderem bei Querschnittlähmung, Spina bifida und Multipler Sklerose. Unzureichend kontrollierter hoher Blasendruck kann
den oberen Harntrakt gefährden; häufige Begleiterscheinungen sind Harninkontinenz, Harnwegsinfektionen und eine eingeschränkte
Lebensqualität.
Antimuskarinika gelten laut S2k-Leitlinie als medikamentöse Therapie der ersten Wahl. Bei unzureichender Wirksamkeit oder nicht
tolerierbaren Nebenwirkungen der oralen Therapie sollte Patienten intermittierender Katheterismus mit intravesikalem Oxybutynin
angeboten werden. Eine weitere leitliniengerechte Therapieoption nach nicht erfolgreicher
antimuskarinerger Therapie stellt Onabotulinumtoxin A dar.
Studiendesign, Patienten und Methoden
Die UPSIDE-Studie, eine prospektive, multizentrische, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie, untersuchte die Wirksamkeit,
Sicherheit und Verträglichkeit des intravesikalen Oxybutynin (Vesoxx®) unter realen
Bedingungen im urologischen Behandlungsalltag bei Patienten mit neurogener Detrusorüberaktivität (NDO).
Die Studienergebnisse wurden auf dem diesjährigen DGU-Kongress in Düsseldorf
von PD Dr. med. Aybike Hofmann, Leitung Kinderurologie
am St. Elisabeth Marienhaus Klinikum Neuwied-Waldbreitbach und PD Dr. med. Fabian Queißert, Leiter des Bereichs Neurourologie am Klinik für
Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) präsentiert.
Primäres Studienziel war die Ermittlung anamnestischer und urodynamischer Prädiktoren für eine therapeutisch zufriedenstellende Dosierung
bei der Neueinstellung/Umstellung auf Vesoxx®. Sekundäre Studienziele waren Kontinenz, Harnwegsinfektionen, Adhärenz, Persistenz
und Lebensqualität der Patienten über den Beobachtungszeitraum.
Eingeschlossen waren Patienten (n=54) im Alter ab 6 Jahren (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) mit einer nachgewiesenen neurogenen
Detrusorüberaktivität, angeboren oder erworben (z.B. durch Querschnittlähmung, Spina bifida oder MS). Die Studienteilnehmer wurden
mindestens drei Monate beobachtet. Dabei wurden Parameter wie Dosierung, Anwendungshäufigkeit, urodynamische Daten sowie die Lebensqualität dokumentiert.
Ergebnisse
• Verbesserte Blasenfunktion: Alle gemessenen urodynamischen Parameter verbesserten sich im Studienverlauf, der mittlere maximale
Detrusordruck sank von 46,7 auf 39,0 cm H2O.
Es kam zu einer messbaren Entlastung des Blasenmuskels (Senkung des intravesikalen Drucks) und einer Erhöhung der funktionellen Blasenkapazität, die
Rate der unwillkürlichen Harnverluste (Dranginkontinenz) sank deutlich ab. Die Kontinenzrate stieg statistisch signifikant um 90% von 27,8% zu
Studienbeginn auf 52,8% (p=0,043) mindestens drei Monate nach Umstellung auf Vesoxx®. Der Anteil vollständig inkontinenter Patienten
halbierte sich im gleichen Zeitraum von 22,2% auf 11,1%. Die Häufigkeit von behandlungsbedürftigen Harnwegsinfektionen (HWI)
ging unter der Therapie zurück von 41,7% auf 25,0%, auch die Schwere der HWI nahm signifikant ab (p=0,044) .
• Erfolgreiche Einstellung: Bei 26 Patienten (72%) konnte im Alltag eine therapeutisch vollkommen zufriedenstellende Dosierung ermittelt
werden (Abb.). Gleichzeitig zeigten sich unter Vesoxx® Verbesserungen bei Blasenfunktion, Kontinenz, Harnwegsinfektionen
und Lebensqualität.
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Abb..: Mit dem intravesikalen Oxybutynin erreichten 72% der Patienten eine therapeutisch zufriedenstellende Dosis.
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• Anwenderfreundlichkeit: 75% der Anwender bewerteten die
Handhabung der während der Studie eingeführten sterilen, gebrauchsfertigen Einteilerspritze ohne Adapter als einfach oder sehr einfach.
Damit wurde das neue Applikationssystem besser bewertet als das zuvor verwendete System mit separatem Adapter.
• Lebensqualität: Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (gemessen mittels des Qualiveen-Scores) verbesserte sich sowohl in
der Gesamtpopulation als auch bei pädiatrischen Patienten signifikant um 25% (p=0,03). Besonders verbesserten sich Angst und Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten.
Durch die intravesikale Gabe von Oxybutynin in die Blase konnten
die typischen, systemischen Nebenwirkungen oraler Anticholinergika (wie extreme Mundtrockenheit oder kognitive Einschränkungen) umgangen werden.
• Sicherheit: Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SAE) im Beobachtungszeitraum auf. Die Nebenwirkungen waren gering,
entsprachen dem typischen anticholinergen Profil und traten in der pädiatrischen Gruppe extrem selten auf (nur bei einem einzigen Kind).
Fazit
Die UPSIDE-Studie liefert wichtige Alltagsevidenz für die Neuro-Urologie. Sie belegt, dass die intravesikale Therapie mit Vesoxx®
bei betroffenen NDO-Patienten (mit Querschnittlähmung, Spina bifida oder Multipler Sklerose) eine effektive, sichere und
im Alltag leicht handhabbare Alternative bietet, wenn orale Medikamente versagen oder nicht vertragen
werden. Gleichzeitig bestätigt sie den Nutzen strukturierter Profile für eine zielgerichtete, personalisierte Dosisfindung.
Quelle:
Meet-the-Expert zur UPSIDE-Studie: Neue Real-World-Daten bei neurogener Detrusorüberaktivität (NDO) am 17.09.2026,
anlässlich des 78. DGU-Kongresses in Düsseldorf, Veranstalter: FARCO-Pharma.
Oktober 2026
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