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Metastasiertes kastrationssensitives Prostatakarzinom (mCSPC)
Verschiedene Parameter des PSA-Ansprechens und klinische Ergebnisse
Zahlreiche Phase-3-Studien zu metastasiertem, kastrationssensitivem Prostatakarzinom (mCSPC) belegen
übereinstimmend, dass ein PSA-Nadir von <0,2 ng/ml der bevorzugte Schwellenwert für das PSA-Ansprechen ist.
Die Studien ARCHES, ARANOTE, ARASENS, LATTITUDE und TITAN bestätigten
konsistent den Zusammenhang eines PSA-Abfalls auf einen Wert ≤0,2 ng/ml innerhalb von 3-12 Monaten
der ersten Hormontherapie mit einem verbesserten Therapieerfolg.
In der klinischen Praxis verwenden Ärzte jedoch häufig andere Parameter, wie etwa den prozentualen PSA-Abfall.
In dieser Real-World-Studie auf Basis von Daten der Veterans Health Administration (VHA) wurde untersucht, wie
sich verschiedene Maßstäbe für das PSA-Ansprechen auf das Gesamtüberleben (OS) und das Fortschreiten der
Erkrankung bei mCSPC-Patienten auswirken, die eine ADT (mit oder ohne weitere antineoplastische Therapien) erhielten.
Patienten / Methoden
Die retrospektive Analyse wurde anhand der Daten des VHA Corporate Data Warehouse aus den Jahren
2006 bis 2024 durchgeführt. In die Studie konnten 4.890 Patienten eingeschlossen werden, die bis zu
1 Jahr vor Beginn der Androgendeprivationstherapie (ADT) kein Anzeichen einer Kastrationsresistenz zeigten.
Untersucht wurden folgende Definitionen für ein PSA-Ansprechen:
1. ≥90% PSA-Abfall gemessen am PSA-Wert bei Therapiebeginn und
2. ein PSA-Wert <0,2 ng/ml.
Als Endpunkte wurden das OS, definiert als Zeit von 9 Monaten nach Beginn der mCSPC-Therapie bis
Versterben, sowie die Zeit bis zur Krankheitsprogression, definiert als Zeit von 9 Monaten nach Beginn
der mCSPC-Therapie bis zum PSA-Progress (>25% PSA-Anstieg und ≥2 ng/ml Anstieg vom niedrigsten
PSA-Wert, Beginn einer neuen antineoplastischen Therapie, Kastrationsresistenz oder Tod).
Das mediane Alter der eingeschlossenen Patienten betrug 74 Jahre und der mediane PSA-Spiegel lag bei
Therapiebeginn für das mCSPC bei 27 ng/ml. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug zum Zeitpunkt
der Auswertung 25 Monate. Innerhalb der PSA-Nachbeobachtungszeit (median 15 Monate) erreichten
44% der Patienten einen PSA <0,2 ng/ml und 74% zeigten einen PSA-Abfall ≥90%.
Ergebnisse
Im Ergebnis wurde bei Patienten mit einem PSA-Abfall auf <0,2 ng/ml innerhalb von 9 Monaten
nach Beginn der ADT-basierten Therapie ein signifikant verlängertes OS im Vergleich zu Patienten mit
einem höheren PSA-Wert beobachtet (HR: 0,46; 95%-KI 0,40-0,54; p<0,001). Der Median war
bei Patienten mit einem PSA <0,2 ng/ml noch nicht erreicht und lag bei höherem PSA-Wert bei 37 Monaten.
Die Zeit bis zum Krankheitsprogress war ebenfalls von median 15 auf 51 Monate signifikant verlängert
(HR: 0,45; 95%-KI 0,40-0,50; p<0,001).
Im Gegensatz dazu wurde mit einem Abfall des PSA-Werts
um ≩90% eine nur moderate OS-Verlängerung (HR: 0,78; 95%-KI 0,66-0,91; p=0,001) und
kein Zusammenhang mit der Zeit bis zum Krankheitsprogress (HR: 0,93; 95%-KI 0,81-1,06; p=0,28)
gesehen. Ein PSA-Wert <0,2 ng/ml war mit oder ohne prozentualem PSA-Abfall um ≥90% mit einem
verlängerten OS assoziiert. Wurde ein PSA-Wert <0,2 ng/ml nicht erreicht, so überlebten
mit oder ohne prozentualem PSA-Abfall um ≥90% ca. die Hälfte der Patienten nur 3 Jahre.
Schlussfolgerung
Das Erreichen eines PSA-Werts von unter 0,2 ng/ml nach Beginn der
Prostatakrebsbehandlung kann die Überlebenschance bei mCSPC-Patienten maximieren.
Im klinischen Alltag war das Erreichen eines PSA-Werts von <0,2 ng/ml (unabhängig davon,
ob ein PSA-Abfall um 90% erzielt wurde) innerhalb von 9 Monaten nach Beginn einer ADT
mit einem verbesserten Gesamtüberleben (OS) assoziiert.
Der prozentuale PSA-Abfall ≥90% wurde als prognostischer Marker nicht bestätigt.
Freedland SJ, et al. 2026.
How low do you need to go? Association between various prostate-specific antigen response measures and clinical
outcomes in metastatic castration-sensitive prostate cancer in the Veterans Health Administration data.
Cancer 2026; e70494. doi:10.1002/cncr.70494
September 2026
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