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Lokalisiertes Prostatakarzinom
Prädiktoren für frühes und spätes onkologisches Versagen nach primärer Kryoablation der Prostata bei lokalisiertem Prostatakrebs

Die Kryoablation der Prostata, eine Therapieoption beim lokalisierten Prostatakarzinom, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, sowohl als primäre Behandlungsmethode für lokalisierten Prostatakrebs als auch als Salvage-Option nach Versagen der Strahlentherapie. Die Faktoren, die eine erfolglose Kryoablation der Prostata bei Prostatakarzinom (PCa) begünstigen, sind nach wie vor unklar. Wird der Eingriff primär zur Tumorentfernung durchgeführt, hängt seine Eignung von einer präzisen Charakterisierung der Läsion mittels multiparametrischer MRT (mpMRT), einer gezielten Biopsie und einer Krankheitskarte ab, die durch ein begrenztes Ablationsfeld erfasst werden kann. Unter diesen Bedingungen wird die onkologische Kontrolle maßgeblich durch eine geeignete Patientenauswahl in Verbindung mit einer reproduzierbaren Ablationstechnik bestimmt.

Patienten / Methoden
In einer italienischen Studie wurde untersucht, ob spezifische klinische oder verfahrensbezogene Merkmale mit einem frühen (≤24 Monate) oder späten (>24 Monate) onkologischen Misserfolg nach primärer Kryotherapie in Zusammenhang stehen. Eigeschlossen waren 221 konsekutive PCa-Patienten, die am IRCCS Regina Elena National Cancer Institute in Rom zwischen Januar 2021 und Oktober 2025 einer primären ablativen Kryotherapie unterzogen wurden. Der primäre Endpunkt war das onkologische Versagen, definiert als erstes Auftreten eines biochemischen Rückfalls, radiologischem Progress, histologischem Nachweis von Resttumorgewebe oder Beginn einer Salvage-Therapie bei Verdacht auf ein Fortschreiten der Tumorerkrankung. Als Grenze für die Unterscheidung von einem frühen oder späten Krankheitsrückfall wurden 24 Monate definiert. In die Risikobewertung bei spätem Rückfall gingen nur Patienten ein, die nach 24 Monaten am Leben, ohne Ereignis und unter Beobachtung waren.

Ergebnisse
Insgesamt erfüllten 221 Männer die Einschlusskriterien und unterzogen sich einer primären Kryoablation. Das mediane Alter zum Zeitpunkt der Behandlung betrug 70 Jahre. Die PSA-Werte entsprachen einer Kohorte mit überwiegend mittlerem Risiko, mit einem Median von 7,9 ng/ml (IQR 5,4–11,2), während die mediane PSA-Dichte bei 0,17 ng/ml/cm³ lag (IQR 0,10–0,26). Die meisten Tumoren waren von niedrigem oder mittlerem Malignitätsgrad; bei 70,6% der Männer lag eine Erkrankung der ISUP-Grade 1 bis 2 vor, und das MRT identifizierte bei 85,5% eine dominante Läsion der PI-RADS-Kategorien 4 bis 5. Das mediane Prostatavolumen betrug 46 ml (IQR 35–63), und die primäre Läsion wies einen medianen Durchmesser von 14 mm auf (IQR 10–18). Die Behandlungsmuster stimmten mit der MRT-Biopsie-Konkordanz überein. In 42,1% der Fälle wurde eine fokale Ablation durchgeführt, in 40,3% ein einseitiger (unilobulärer) Ansatz und in 15,8% eine Behandlung der gesamten Drüse.
Die perioperativen Merkmale waren bei den Patienten homogen, mit einer medianen Operationsdauer von 96 Minuten (IQR 80–115) und einer medianen stationären Aufenthaltsdauer von 2 Tagen (IQR 1–3). Die postoperative Morbidität war gering; 12,7% der Patienten erlitten irgendeine Komplikation, und 2,7 % berichteten über entsprechende Ereignisse. Die Daten von 198 Patienten, die keine ADT erhalten haben, wurden in einer multivariaten Analyse ausgewertet.
Im Modell für frühes Therapieversagen (≤24 Monate) war die Ganzdrüsenablation das einzige unabhängige Korrelat (OR 0,17; 95-%-KI: 0,03–0,77; p=0,022), wohingegen PSA-Dichte, ISUP-Grad, Ein-Lappen-Ablation, Alter, BMI, ASA-Klassifikation, ein Läsionsdurchmesser von ≥15 mm sowie ≥50% positive Biopsiezylinder nicht signifikant mit frühen Ereignissen assoziiert waren (jeweils p >0,08). Im Modell für spätes Therapieversagen (>24 Monate) wurden der Tumorgrad nach ISUP-Kriterien als unabhängiger Risikofaktor identifiziert (OR 4,11; 95-%-KI: 1,10–17,8; p=0,039), während die Ganzdrüsenablation im Vergleich zur fokalen Behandlung erneut eine protektive Assoziation aufwies (OR 0,06; 95-%-KI: 0,004–0,94; p=0,044). Alle übrigen Variablen waren nicht signifikant mit späten Ereignissen assoziiert (jeweils p >0,40).

Fazit
Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass frühe Kryotherapieversagen primär mit dem Ausmaß der Behandlung verknüpft waren. Bei späteren Ergebnissen scheint hingegen der Tumorgrad eine Rolle zu spielen, auch wenn eine anscheinend adäquate Ablation durchgeführt wurde. Keine weiteren Ausgangs- oder Verfahrensvariable erwiesen sich als unabhängig relevant. Diese Ergebnisse bieten eine klinisch schlüssige Interpretation der onkologischen Ergebnisse nach Kryotherapie und können zur Optimierung der Patientenauswahl und der Nachsorgestrategien beitragen.


Hinweise für die klinische Praxis
Die Ergebnisse unterstützen eine zeitbezogene Interpretation onkologischer Ergebnisse nach Kryoablation der Prostata. Ein frühes Rezidiv scheint vorwiegend mit der anatomischen Ausbreitung zusammenzuhängen, was die Bedeutung eines angemessenen Ablationsausmaßes bei der Behandlungsplanung unterstreicht. Die Langzeitnachsorge sollte sich hingegen primär an der Tumorbiologie und weniger an technischen Faktoren orientieren. Diese Unterscheidung könnte die Patientenselektion, die Beratung sowie die Nachsorgestrategien im Rahmen fokaler Therapieprogramme verbessern.



Basile S, et al. 2026. Predictors of early and late oncologic failure after primary prostate cryoablation for localized prostate cancer. Clin Genitourin Cancer 2026; 24: 102520



Mai 2026 IS
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