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Harnblasenkarzinom
Analyse zur Assoziation von Körperfülle und Harnblasenkarzinomrisiko

Die Körpergröße ist ein etablierter Risikofaktor für verschiedene Krebsarten, doch der Zusammenhang mit dem Blasenkrebsrisiko ist bislang unklar. Männer sind von einem Harnblasenkarzinom häufiger betroffen als Frauen. Die Ursachen hierfür sind nur teilweise verstanden. Die Auswertung der Daten von 30 internationalen Studien weist darauf hin, dass Übergewicht bei Männern das Risiko für ein Harnblasenkarzinom erhöht, bei Frauen aber nicht.

Bekannte Risikofaktoren für die Entwicklung eines Harnblasenkarzinoms sind Tabakkonsum, Aussetzung gegenüber Karzinogenen (berufliche Exposition), kontaminiertes Wasser sowie erbliche und genetische Ursachen. Da Übergewicht und Adipositas als Risikofaktoren bei diversen Krebsentitäten gelten, wurde in einer gepoolten Analyse prospektiver Studien dem Einfluss auf das Risiko eines Harnblasenkarzinoms nachgegangen. Untersucht wurden der Body Mass Index (BMI), der Taillenumfang und die Körpergröße von >2,5 Millionen Erwachsenen bei insgesamt 20.447 Patienten mit Harnblasenkarzinom.

Für die Auswertung wurden die gepoolten individuellen Daten aus 30 prospektiven Kohortenstudien des internationalen Pooling Project of Prospective Studie of Diet and Cancer (DCPP), einer Arbeitsgruppe des National Cancer Institute (NCI) Cohort Consortium herangezogen. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 8-29 Jahren entwickelten 15.259 Männer (n=1.025.547 Männer) und 5.188 Frauen (n=1.507.461 Frauen) ein Harnblasenkarzinom.

In multivariaten Analysen wurde für Männer mit Übergewicht (BMI 25,0-29,9 kg/m2) oder Adipositas (BMI ≥30,0 kg/m2) ein um 8% (HR: 1,08; 95%-KI 1,04-1,12) bzw. 16% (HR: 1,16; 95%-KI 1,10-1,22) erhöhtes Risiko gegenüber Normalgewichtigen festgestellt. Bei Frauen wurde kein erhöhtes Risiko bei Übergewicht (HR: 1,02; 95%-KI 0,95-1,09) oder Adipositas (HR: 1,04; 95%-KI 0,95-1,14) gesehen. Für junge Erwachsene (18-21 Jahre) war ein BMI ≥25 kg/m2 bei beiden Geschlechtern mit einem erhöhten Risiko im Vergleich mit einem BMI von 18,5-20,9 kg/m2 assoziiert (Männer: HR: 1,12; 95%-KI 1,05-1,20; Frauen: HR: 1,31; 95%-KI 1,17-1,48).

Für den Taillenumfang wurde pro 10 cm eine Risikoerhöhung um 6% bei Männern (HR: 1,06; 95%-KI 1,03-1,08) und keine Risikoerhöhung bei Frauen (HR: 1,01; 95%-KI 0,97-1,04) festgestellt. Auch wenn die Risikoerhöhung pro 5 cm Körpergröße bei Männern und Frauen vergleichbar war (HR: 1,03 bzw. 1,02) wurde ein erhöhtes Harnblasenkarzinomrisiko bei größeren Körperlängen nur bei den Männern beobachtet.

Fazit
Das Ergebnis der gepoolten Analyse bestätigt einen Zusammenhang zwischen erhöhtem BMI, Taillenumfang und Körpergröße mit dem Risiko ein Harnblasenkarzinom zu entwickeln. Dieser Zusammenhang wurde allerdings nur für Männer und nicht bei Frauen beobachtet. Die zugrundeliegenden Mechanismen sollten Gegenstand zukünftiger Forschung sein.


The Pooling Project of Prospective Studies of Diet and Cancer. Body size and bladder cancer risk: a pooler analysis of prospective studies from the National Cancer Institute Cohort Consortium. J Clin Oncol 2026; 44: 1441-1456

September 2026 IS
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