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Blasenkrebs
Auswirkungen der Hypoalbuminämie auf Morbidität und Mortalität nach radikaler Zystektomie

Die radikale Zystektomie (RC) ist eine Standardbehandlung beim Harnblasenkarzinom, die jedoch mit hohen Risiken für Komplikationen und Tod verbunden ist. Mangelernährung vor der Operation kann diese Risiken erhöhen. Serumalbumin, ein einfacher Bluttest, spiegelt den Ernährungsstatus wider und kann den Behandlungserfolg einer RC vorhersagen. Ziel dieser Studie war die Bewertung der Rolle von Serumalbumin bei der Vorhersage des Operationserfolgs nach radikaler Zystektomie.

Patienten / Methoden
Der Einfluss von Serum-Albumin auf die Morbidität und Mortalität nach radikaler Zystektomie wurde in einer US-amerikanischen retrospektiven Studie evaluiert. Ausgewertet wurden die Daten von 6.748 Patient*innen, die zwischen 2019 und 2022 eine radikale Zystektomie aufgrund eines Harnblasenkarzinoms erhielten. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten betrug 70 Jahre und der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) lag bei 28. Bei 4,8% der Patient*innen lag der präoperative Albumin-Spielgel unter 3,0 g/dl, bei 10,7% zwischen 3,0 und 3,5 g/dl und bei 84,4% über 3,5 g/dl.

Ergebnisse
Eine oberflächliche Infektion der Operationsstelle (SSI) war mit 7,7%, eine tiefgehende SSI mit 2,2%, Wundheilungsstörungen mit 4,0%, nicht geplante Re-Operationen mit 8,6% und ein Krankenhausaufenthalt ≥30 Tage mit 5,5% bei Patient*innen mit Albumin-Spiegeln <3,0 g/dl signifikant höher als bei den anderen beiden Patientengruppen (p<0,05). Infektionen des Organraums waren nicht verschieden zwischen den Patientenkohorten. Die 30-Tage-Mortalität war in den beiden Kohorten mit Albuminspiegeln <3,0 und 3,0-3,5 g/dl signifikant höher verglichen mit Albuminspiegeln >3,5 g/dl (2,2% vs. 2,3% vs. 1,3%; p=0,03).

In einer multivariaten Analyse war ein Albuminspiegel <3,5 g/dl mit einer höheren Rate an Re-Operationen, verlängertem Krankenhausaufenthalt und höherer 30-Tage-Mortalität assoziiert. Zudem hatten Raucher, Diabetiker und Patient*innen mit Hypoalbuminämie oder Bluthochdruck häufiger eine Re-Operation.


Fazit
Serumalbumin erwies sich als ein starker und potenziell modifizierbarer Faktor, der mit Morbidität und Mortalität nach radikaler Zystektomie assoziiert ist. Bereits eine Abnahme um 0,5 g/dl führte zu verlängerten Krankenhausaufenthalten und höheren Reoperations- und Mortalitätsraten. Diese Ergebnisse unterstreichen die klinische Notwendigkeit, Albumin routinemäßig zu messen und verdeutlichen den Stellenwert präoperativer Ernährungsoptimierung.



Manivasagam SS, et al. 2026. Impact of hypoalbuminemia on morbidity and mortality after radical cystectomy. Cancers (Basel) 2026; 18: 313


März 2026 IS
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