Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom

Ergebnisse der Therapien im Anschluss an die Behandlung mit Pembrolizumab plus Axitinib versus Sunitinib in KEYNOTE-426


  In der Phase-III-Studie KEYNOTE-426 zum Vergleich von Pembrolizumab plus Axitinib versus Sunitinib bei therapienaiven Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (NZK) waren das Gesamtüberleben (OS), das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Ansprechrate (ORR) bei Behandlung mit der Kombinationstherapie signifikant vorteilhafter Daten einer aktuellen Analyse der Ergebnisse einer folgenden Therapie bei Patienten beider Behandlungsarme in KEYNOTE-426 wurden auf dem ESMO Congress 2021 präsentiert.

In der Open-label-Studie KEYNOTE-426 auf Phase-III-Ebene (Abb. 1) wurden 861 Patienten mit bis dato
 
Abb.1: KEYNOTE-426 ist ein Phase-III-Vergleich der Kombination Pembrolizumab plus Axitinib versus  Sunitinib bei Patienten mit zuvor
unbehandeltem fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.

unbehandeltem fortgeschrittenem klarzelligem NZK auf einen Behandlungsarm mit Pembro+Axi und einen Behandlungsarm mit Sunitinib (Sun) randomisiert. In der aktuellen Analyse wurden Effekte einer Folgetherapie und deren Modalität bewertet.

Da die Studienmedikation und eine nach deren Abbruch anschließende Behandlung sich wechselseitig auf das OS auswirken können, wurde die Effekte mittels eines Zweistufenmodells (TSE 2-stage estimation) abgeschätzt. In der ersten Stufe wurde ein Beschleunigungsfaktor bestimmt, mit dem sich die Überlebenszeit multiplikativ verkürzt oder verlängert (Stufe 2). An Stelle einer Rezensierung wurde eine inverse Wahrscheinlichkeitsgewichtung untersucht.

 

Folgetherapien

Die Behandlung mit Pembro+Axi war von 227 Patienten und die Behandlung mit Sun von 262 Patienten aufgrund radiologischer oder klinischer Progression abgebrochen worden. Von diesen Patienten erhielten 204 nach Pembro+Axi und 281 nach Sun eine
 
Abb. 2: Kaplan-Meier Schätzung des OS in der Intention-to-Treat-Population ohne und mit Adjustierung mittels Zweistufenschätzung (TSE).
 
 
Folgetherapie – davon 180 bzw. 193 einen VEGF/VEGFR-Inhibitor. Ein größerer Anteil Patienten im Sun-Arm (74,4% [209/281]) als im Pembro+Axi-Arm (21,6% [44/204]) wurde anschließend mit einem PD-1/PD-L1-Inhibitor behandelt. Andere Therapien kamen bei 32,4% (66/204) der Patienten im Pembro+Axi-Arm und bei 22,8% (64/281) im Sun-Arm zur Anwendung.

Die mediane Dauer von der Randomization auf die Studienmedikation bis zur ersten nachfolgenden Therapie betrug im Pembro+Axi-Arm 15,4 Monate und im Sun-Arm 11,6 Monate.

Gesamtüberleben

In der Gesamtpopulation hatte das mediane PFS für den Pembro+Axi-Arm 15,7 Monate und für den SUN-Arm 11,1 Monate betragen. Das mediane OS erreichte 45,7 Monate im Pembro+Axi-Arm und 40,1 Monate im Sun-Arm (Abb. 2). Mit Pembro+Ax hatten Patienten ein 27% niedrigeres Sterberisiko als die Patientem im Sun-Arm (HR, 0,73).






❏ Die überlegene Effektivität von Pembrolizumab + Axitinib im Vergleich zu Sunitinib besteht fort – trotz vermehrter Anwendung einer Folgetherapie im Sunitinib-Arm.

❏ Auch überlegene Ergebnisse bei Folgetherapien legen die Anwendung von Pembrolizumab + Axitinib in der Erstlinie bei Patienten mit NZK nahe..


Gafanov R, Powles TB, Bedke J, et al. 2021. Subsequent therapy following pembrolizumab + axitinib or sunitinib treatment for advanced renal cell carcinoma (RCC) in the phase III KEYNOTE-426 study. Ann Oncol 32 (suppl_5):694.

November  2021

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