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Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom (aRCC)
Zeitpunkts des Rezidivs beeinflusst Überlebensraten bei RCC-Patienten mit mittlerem und hohem Risiko – Implikationen
für das postoperative Management in einer KEYNOTE-564-Population
Hintergrund
Auf dem AUA 2025 wurde eine Analyse zu fortgeschrittenem Nierenkrebs präsentiert. Diese untersuchte den Einfluss des Zeitpunkts
eines Krankheitsrückfalls auf die Überlebensraten und dessen mögliche Bedeutung für das postoperative Management
einer an die KEYNOTE-564-Studie angelehnten Patientengruppe.
Die KEYNOTE-564-Studie zeigte ein verbessertes Gesamtüberleben bei Patienten mit klarzelligem Nierenzellkarzinom (ccRCC) mittleren
bis hohen Risikos, die nach einer radikalen oder partiellen Nephrektomie adjuvant mit Pembrolizumab behandelt wurden.
Unklar blieb bisher, wie sich der Zeitpunkt eines Rezidivs auf das Überleben auswirkt und wie diese Information in die Nachsorgestrategie einfließen kann.
Patienten & Methoden
Die Studie umfasste 422 Patienten, die zwischen 2000 und 2023 aufgrund eines RCC operiert wurden und die Einschlusskriterien der
KEYNOTE-564-Studie erfüllt hätten. Die Patienten wurden nach dem Rezidivzeitpunkt in drei Gruppen eingeteilt:
Frühes Rezidiv: ≤6 Monate; Mittelfristiges Rezidiv: 6–18 Monate, Spätes Rezidiv: >18 Monate.
Primäre Endpunkte waren die krebsspezifische Sterblichkeit (CSM) und das Gesamtüberleben (OS). Zur Auswertung der Zusammenhänge
zwischen Rezidivzeitpunkt und Überleben wurden Kaplan-Meier-Kurven sowie multivariable Cox-Regressionen verwendet, unter Anpassung
an Tumor- und Patientenmerkmale. Die krebsspezifische Sterblichkeit wurde mithilfe kumulativer Inzidenzkurven und multivariabler
Fine-Gray-Analysen unter Berücksichtigung konkurrierender Todesursachen berechnet.
Ergebnisse
Von den 422 identifizierten Patienten erlitten 198 (47%) nach der Operation ein Rezidiv. 67 (34%) hatten ein frühes Rezidiv, 67 (34%) ein mittelfristiges
bzw. 64 (32%) ein spätes Rezidiv.
Die Zeit bis zum Rezidiv sagte die Gesamtmortalität [pro 3-Monats-Anstieg: Hazard Ratio (HR) 0,91, 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,86–0,95, p <0,001]
und die CSM (HR 0,96, 95%-KI 0,93–0,99, p=0,019) voraus.
Kaplan-Meier-Kurven zeigten 3-Jahres-OS-Raten von 29% (95 % KI 19–45 %) für
frühesRezidiv, 52% (95 % KI 41–67 %) für mittelfristiges Rezidiv und 89% (95 % KI 82–97%) für spätes Rezidiv (Abb.). Der Zusammenhang wurde durch die multivariable
Analyse bestätigt (HR 2,40, p=0,017 für mittleres Rezidiv; HR 5,83, p <0,001 für frühes Rezidiv).
Das Risiko eines 3-Jahres-CSM betrug
55% für frühes, 46% für mittleres und 9% für spätes Rezidiv, mit signifikanten Unterschieden in der konkurrierenden Risikoregression
(HR 1,82, p=0,012 für frühes Rezidiv; HR 2,21, p=0,006 für mittleres Rezidiv).
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Abb.: Kaplan-Meier-Kurven des 3-Jahres-Gesamtüberlebens (OS) in den Rezidivgruppen.
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Zusammenfassung
Der Zeitpunkt des Rezidivs ist ein wichtiger prognostischer Marker für das Gesamt- und krebsspezifische Überleben bei RCC-Patienten mit hohem Risiko.
Diese Erkenntnisse haben direkte Auswirkungen auf das postoperative Follow-up.
Patienten mit potenziell spätem Rezidiv könnten anfangs von zurückhaltenderen Nachsorgestrategien profitieren, während bei frühem Rückfall
ein aggressiveres Management erforderlich sein könnte.
Klinische Relevanz
Eine individualisierte Nachsorgeplanung auf Basis des prognostizierten Rückfallzeitpunkts könnte das Überleben verbessern und
Ressourcen effizienter nutzen.
Re Ch, et al. 2025.
Impact of timing of recurrence on survival outcomes: implications for postoperative management in a KEYNOTE-564 population. #MP14-08,
AUA 2025 Annual Meeting - Las Vegas, 26.-29.04.2025
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