In der Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (NZK) bleiben prädiktive Biomarker für das Ansprechen auf
Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) ein unerfülltes Erfordernis. Das diffizile Zusammenspiel der Tumormikroumgebung (TME) und der
zirkulierenden Immunantwort hat sich als schwierig zu entschlüsseln erwiesen. Den mikroRNA (miRNA) wurde aufgrund ihrer Rolle
bei der posttranskriptionellen Regulierung der Genexpression wachsende Aufmerksamkeit zuteil, insbesondere weil sie immunmodulatorische
Eigenschaften haben können. Vor Beginn der Immuntherapie wurde das Vorliegen immunspezifischer extrazellulärer
Vesikel-(EV)-microRNAs im Plasma von Patienten
mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) untersucht und beurteilt.
Eine urogenitale Biobank wurde nach Patienten mit histopathologisch bestätigtem NZK im Stadium IV durchsucht, die einen Erstlinien-ICI
(n=40) erhalten hatten. Von diesen Patienten mit zumeist klarzelligem (n=30) mNZK und von gesunden Probanden wurde die miRNA aus 1 ml
Plasma extrahiert. Zur Steigerung der Sensitivität wurde das reverse Transkriptase (RT)-Produkt präamplifiziert. Die EV wurden zur
Charakterisierung aus 4 ml Plasma extrahiert.
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Abb.: Vergleich der relativen Konzentrationen von miRNA nach Ansprechen auf ICI-Therapie. Unter allen miRNA waren nur die Spiegel
der microRNA-155-3p (miR155) zwischen Respondern und Nonrespondern auf die ICI signifikant unterschiedlich (*). Patienten, die auf ICI ansprachen, hatten
deutlich niedrigere Konzentrationen von miR155 als Patienten, die nicht ansprachen.
Responder waren Patienten, die ein
radiographisches Komplettansprechen, partielles Ansprechen oder stabile Krankheit erreicht hatten, während Nonresponder eine radiographische
Progression hatten.
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Baseline-Charakteristika
Mehr als 80% der Männer wurden mit intermediärem oder schlechtem IMDC-Risiko eingestuft. Häufigste Metastasenorte waren Lunge (77,5%),
Lymphknoten (70,0%) und Knochen (37,5%). Als Erstlinien-Behandlungsregime wurden am häufigsten Ipilimumab plus Nivolumab,
Pembrolizumab plus Axitinib und Avelumab plus
Axitinib eingesetzt. Drei Patienten erreichten Komplettansprechen (CR), 17 ein partielles Ansprechen
(PR) und 7 hatten stabile Krankheit als bestes Ansprechen. In 13 Fällen wurde die Progression ermittelt.
Unterschied der miRNA-Spiegel
Nach erfolgreicher Extraktion und Bestätigung der Charakterisierung der EV nach Größe, Dichte and Reinheit wurde die miRNA extrahiert.
Der relative Spiegel jeder miRNA wurde zwischen Patienten und gesunden Probanden verglichen.
Patienten mit mNZK hatten signifikant
niedrigere Spiegel an miR-138-5p (0,25 vs. 1,37; p=0,031), miR-424 (0,54 vs. 1,04; p=0,012) und miR-3065-5p (0,412 vs. 1,317;
p=0,009), während ihre Spiegel an miR-155-3p ([miR155] 3,691 vs. 0,210; p=0,012) und miR-1233-3p
(1,854 vs. 0,806; p=0,004) signifikant höher waren.
Dieselben miRNA-Panels wurden in der Patientenkohorte zwischen Respondern (R) und Nonrespondern (NR) verglichen. Als Responder galten
Patienten, die ein radiographisches Komplettansprechen, ein partielles Ansprechen oder stabile Krankheit als bestes radiographisches
Therapieansprechen erreicht hatten. Unter obigen fünf miRNA war nur der miR155-Spiegel zwischen Respondern und Nonrespondern signifikant unterschiedlich
(Abb.). Der mediane Spiegel des miR155 war bei Nonrespondern 57,9-fach höher als bei Respondern (35,29 vs. 0,61; p=0,043).

❏ Die gewonnenen Daten ergänzen die anwachsende Evidenzlage der Rolle des humoralen Immunsystems
beim Antitumor-Immunansprechen.
❏ Bezüglich Fragen zur Resistenz gegenüber Immuncheckpoint-Inhibitoren gibt es erweiterte Hinweise, dass miRNA vielversprechende potentielle
Biomarker für das Ansprechen auf Immuntherapien in allen Krankheitsstadien des Nierenzellkarzinoms sind.
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Soleimani M, Thi M, Janfaza S, et al. 2024.
Circulating microRNA-155-3p levels predicts response to first line immunotherapy in patients with metastatic renal cell carcinoma.
Sci Rep 14:8603.
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