Um die Effizienz einer peri-operativen systemischen Therapie für Patienten mit Urothelkarzinom zu
verbessern, werden prädiktive und prognostische Biomarker zur Patientenselektion benötigt.
Möglicherweise könnte ein bereits verfügbares Blut-basiertes Biomarker-Panel verwendet werden,
so die Hypothese der Studienautoren, die sich nicht bewahrheitete.
In einer retrospektiven Studie wurden die präoperative Biomarker von 4.199 Patienten mit histologisch
bestätigtem Urothelkarzinom, die zwischen 1979 und 2012 an 12 internationalen medizinischen
Einrichtungen mit einer radikalen Zystektomie behandelt wurden, untersucht. An Biomarkern wurden das
Albumin-Globulin-Verhältnis (AGR), das Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis (NLR), der Glasgow
prognostische Score (mGPS), das Monozyten-Lymphozyten-Verhältnis (MLR) und die De Ritis Ratio bewertet.
Die Relevanz der systemischen Entzündungsmarker (SIR) wurde mit künstlicher Intelligenz in einer
Trainings-Kohorte ermittelt und dann in einer Test-Kohorte validiert.
Die Patienten erhielten keine neoadjuvante Therapie, aber entsprechend der Entscheidung des Behandlers
eine adjuvante Chemotherapie innerhalb von 3 Monaten nach der Operation. Kontrolluntersuchungen wurden
in den ersten zwei Jahren nach Operation alle 3 Monate, dann halbjährlich und ab dem fünften Jahr jährlich
durchgeführt. Die Nachbeobachtungszeit betrug zurzeit der Auswertung median 41,9 Monate. Nach fünf Jahren
lebten 61,2% der Patienten ohne Krankheitsrückfall. Die 5-Jahres-Rate an Tumor-spezifischem Überleben (CSS)
lag bei 67,3% und für das Gesamtüberleben (OS) bei 56,3%.
In der Trainingsphase wurde ein hohes NLR als effektivster Prädiktor für eine Lymphknotenmetastasierung (LNM)
und die pathologische Einordnung von nicht-muskelinvasiver zu muskelinvasiver Erkrankung nach der Resektion.
Die Hinzunahme der SIR-Biomarker zu anderen Risikomodellen verbesserte insgesamt die Vorhersagekraft, allerdings
nur in sehr geringem Maße, so die Ergebnisse für den klinischen Einsatz nicht relevant sind.

❏ Die Hinzunahme der SIR-Biomarker zu anderen Risikomodellen verbesserte insgesamt die Vorhersagekraft, allerdings
nur in sehr geringem Maße, so die Ergebnisse für den klinischen Einsatz nicht relevant sind.
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Schuettfort VM, et al. 2022.
A panel of systemic inflammatory response biomarkers for outcome prediction in patients treated with radical
cystectomy for urothelial carcinoma. BJU Int 2022; 129: 182-193.
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