Pembrolizumab zeigte als Monotherapie bei unbehandelten Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten
eine vielversprechende Aktivität. In der Phase-II-Studie KEYNOTE-427 wurden Effektivität und Sicherheit
einer Pembrolizumab-Monotherapie bei behandlungsnaiven Patienten mit fortgeschrittenem klarzelligem
Nierenzellkarzinom (NZK; Kohorte A) und fortgeschrittenem nicht-klarzelligem NZK (Kohorte B) bewertet.
Aktuell wurden Ergebnisse der Kohorte A berichtet.
In der einarmigen Open-label-Studie der Phase 2 erhielten die Patienten mit fortgeschrittenem
klarzelligen NZK Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen für 24 Monate. Primärer Endpunkt war die
objektive Ansprechrate(ORR) nach RECIST Version 1.1.
Baselinedaten
Die meisten Patienten hatten einen Karnofsky Performance-Status zwischen 90 and 100. Der PD-L1-Expressionsstatus
wurde bei 52 Teilnehmern mit einem kombinierten Positivscore (CPS) 1 bewertet. Der International Metastatic RCC
Database Consortium (IMDC)-Risikoscore wurde in 42 Fällen als günstig und in 68 Fällen als intermediär oder
ungünstig eingestuft.
Effektivität in der Gesamtpopulation
Bei der Analyse hatten 20 Patienten 2 Jahre der Behandlung absolviert und 90 hatten
sie beendet. Die häufigsten Gründe für Behandlungsabbruch waren radiologische Progression (n=53) und unerwünschte Ereignisse.
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Abb.: Kaplan-Meier-Schätzungen des progressionsfreien Überlebens nach zentraler Radiologiebewertung per RECIST v1.1 (links)
und Gesamtüberleben (rechts); NE = nicht erreicht.
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Als ORR wurden in der Gesamtkohorte (n=110) 36,4% mit vier Komplettansprechen und 36 partielle Ansprechen registriert.
Bei 75/110 Patienten war in den Zielläsionen die Tumorlast verringert (um 30%, 60%, 80% und 100% in 51, 34, 21 bzw. 8 von 110 Fällen).
Fünfunddreißig Patienten hatten bei der ersten Bildgebung stabile Krankheit. Die Krankheitskontrollrate (DCR)
hielt bei 58,2% der Patienten 6 Monate an. Die mediane DOR betrug 18,9 (2,3–37,61) Monate.
Kaplan-Meier-Schätzungen des PFS und OS Median PFS sind in der Abbildung dargestellt.
Effektivität IMDC-Risikokategorie
Das ORR bei 42 Patienten mit günstigem IMDC-Risiko betrug 31,0% mit einer kompletten und 12 partiellen Remissionen.
Die 24-monatigen PFS- und OS-Raten waren 19,1% bzw. 88,0%.
Das ORR bei 68 Patienten mit intermediärem oder ungünstigem IMDC-Risiko betrug 39,7% mit 3 kompletten
und 24 partiellen Remissionen. Die 24-monatigen PFS- und OS-Raten waren 24,4% bzw. 60,3%.
Effektivität nach PD-L1-Expression
Bei 52 Patienten mit CPS 1 betrug die ORR 44,2%. Das mediane OS war nicht erreicht.
Die 24-monatigen PFS- und OS-Raten waren 26,2% bzw. 78,7%%.
Bei 58 Patienten mit CPS <1 betrug die ORR 29,3%. Das mediane OS war nicht erreicht.
Die 24-monatigen PFS- und OS-Raten waren 18,7% bzw. 63,7%%.
Effektivität bei sarkomatoider Differenzierung
Bei 11 Patienten mit sarkomatoider Differenzierung betrug die ORR 63,6%. Die 24-monatigen PFS- und OS-Raten waren 21,2 bzw. 63,6%.
Sicherheit
Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (AEs) der Grade 3-5 betrafen 30% der Patienten. Am häufigsten waren Colitis
und Diarrhoe. Bei 60 Patienten traten immunbezogene AEs auf. Am häufigsten waren Hypothyreoidismus, Colitis und
Hyperthyreoidismus. Bei einem Patienten führte behandlungsbedingte Pneumonitis zum Tod.

❏ Als Erstlinienbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem klarzelligem NZK zeigte die
Pembrolizumab-Monotherapie eine vielversprechende Antitumoraktivität.
❏ Es wurde dauerhaftes Ansprechen über die IMDC-Risikokategorien registriert.
❏ Sicherheit und Tolerierbarkeit der Pembrolizumab-Monotherapie entsprachen den zuvor berichteten
Toxizitätsdaten bei anderen Tumorarten.
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McDermott DF, Lee J-L, Bjarnason GA, et al. 2021.
Open-label, single-arm phase II study of pembrolizumab monotherapy as first-line therapy in patients
with advanced clear cell renal cell carcinoma. J Clin Oncol 39:1020-1028.
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