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Prostatakarzinom
Kontrastmittelfreies MRT effektiver als PSA-basierte Tumordetektion
Hintergrund
Das Prostatakarzinom variiert von indolenten bis zu aggressiven Formen, weswegen eine akkurate Risikostratifizierung
notwendig ist. Mit einem kontrastmittelfreien MRT kann ein klinisch relevantes Prostatakarzinom früher und kosteneffektiver
erkannt werden als mit einem PSA-Test plus selektiertem MRT, so Ergebnisse der PROSA-Studie.
Methoden
Das Messen des PSA-Werts ist die häufigste Form der Prostata-Screening-Strategien, obwohl es keine ausreichende
Spezifität aufweist und daher zu falsch positiven, überdiagnostizierten Ergebnissen und nicht notwendigen Eingriffen führt.
Manche aggressiven Fälle werden zudem durch falsch-negative Ergebnisse nicht entdeckt. Die Magnetresonanztomographie (MRT)
mit oder ohne Kontrastmittel ist eine vielversprechende Methode zur präziseren frühen Detektion des Prostatakarzinoms,
wie in diversen Studien gezeigt wurde. Keine dieser Studien erhob dabei die Kosteneffektivität der MRT-Screening-Strategie.
Die italienische single-center Studie PROSA schloss 816 Männer in einem Alter von 49-69 Jahren ein, hauptsächlich
Freiwillige aus der Gruppe der Angestellten eines Universitätskrankenhauses oder der angeschlossenen Universität, und
konnte 759 der Männer in zwei Studienarme randomisieren. In Arm A wurden alle Männer direkt mit dem MRT untersucht,
in Arm B nur Männer mit einem PSA-Wert >3 ng/ml.
Ergebnisse
Im Ergebnis wurde ein klinisch relevantes Prostatakarzinom häufiger bei Männern in Arm A (4,6%) verglichen
mit Arm B (1,8%) identifiziert, ohne dass es vermehrt zu Überdiagnosen kam. 47,1% der diagnostizierten Männer
in Arm A hatten einen normalen PSA-Wert. Die PSA-unabhängige MRT-Untersuchung zeigte einen höheren Grad
an Selektivität, eine höhere Effektivität der Biopsien und weniger unnötige Biopsien im Vergleich zur PSA-abhängigen
Bildgebung. Auch war das Nutzen-Kosten-Verhältnis pro klinisch relevantem Prostatakarzinom für das Gesundheitssystem
günstiger, wenn alle und nicht nur PSA-selektierte Männer eine MRT-Untersuchung erhielten.
Zusammenfassung
Die Ergebnisse der italienischen Studie geben neue Evidenz für die Einbeziehung von kontrastmittelfreiem
MRT zur frühen Identifizierung von klinisch relevanten Prostatakarzinomen. Etwa die Hälfte der Männer, bei denen
ein relevantes Prostatakarzinom identifiziert wurde, wiesen einen normalen PSA-Wert auf. Trotz aller Limitationen
einer kleinen Studie, die mit Freiwilligen einer einzelnen Institution durchgeführt wurde, konnte mit dem MRT eine
verbesserte Effizienz des Screenings im Vergleich zum PSA-Screening auch bezüglich des
Kosten-Nutzen-Verhältnisses gezeigt werden.
Messina E, et al. 2025.
Primary noncontrast magnetic resonance imaging for prostate cancer screening: A randomized clinical trial (PROSA).
Eur Urol 2026; doi.org/10.1016/j.eururo.2025.11.024
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