Nicht–muskelinvasiver Blasenkrebs

Intensive Chemoresektion versus adjuvante intravesikale Instillationen


  Rezidivierender nicht-muskelinvasiver Blasenkrebs (NMIBC) wird mit transurethraler Resektion des Blasentumors (TURBT) üblicherweise gefolgt von einer adjuvanten Instillationstherapie mit Mitomycin C (MMC) oder Bacillus Calmette-Guérin (BCG) behandelt.

  Das Tumoransprechen und unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit kurzfristiger, intensiver Chemoresektion mit Mitomycin C sollten mit der adjuvanten Instillationen bei Patienten mit rezidivierendem NMIBC verglichen werden.

  In der BlaCa-13-Studie wurden 120 Patienten mit rezidivierendem NMIBC im Stadium Ta auf einen Interventionsarm (n=59) mit dreimal wöchentlich intravesikalem Mitomycin C (40 mg/40 ml) über 2 Wochen und einen Kontrollarm (n=61) mit TURBT und adjuvanten Instillationen randomisiert. Als primärer Endpunkt war das Tumoransprechen in der Interventionsgruppe nach 4 Wochen gewählt worden.

 

Patienten- und Tumorcharakteristika
Das mediane Alter der Patienten im Interventions- und Kontrollarm betrug 72 (66-77) bzw. 70 (65-76) Jahre. Darunter waren 68% bzw. 75% Männer. Vier Patienten in der Interventionsgruppe und fünf in der Kontrollgruppe hatten atypische oder neoplastische Zellen in der Zytologie. Die restlichen Patienten hatten normale Zellen. Beim ersten Follow-up hatten 13 Patienten (21%) in der Kontrollgruppe ein Tumorrezidiv. In vier Fällen wurde der Tumor ohne vorausgegangene Biopsie oberflächlich verschorft (Fulguration). Sie wurden makroskopisch aber als Ta-Tumore bewertet.

Tumoransprechen
In der Interventionsgruppe erreichten 57% der Patienten ein Komplettansprechen. Dabei unterschied sich das Ansprechen der niedrig- und hochgradigen Tumore nicht signifikant (p = 0,7). Eine hohe Anzahl rezidivierender Tumoren zu Studienbeginn stand mit einem höheren Risiko für inkomplettes Ansprechen im Zusammenhang [Odds Ratio(OR) 1,65; p = 0,02].

Unerwünschte Ereignisse
Grad-4-Toxizitäten wurden nicht berichtet. Als schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (AEs) traten in beiden Behandlungsarmen je ein Fall von Grad-3-Zystitis und ein Fall von Grad-3-Fieber im Kontrollarm auf.

Gemäß CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events)-Scores waren die Patienten des Kontrollarms bezüglich Dysurie (p = 0,03), Pollakisurie (p = 0,01), palmarem Hautausschlag (p = 0,003) und Inkontinenz (p = 0,046). stärker betroffen als die Patienten der Interventionsgruppe.

 




❏ Kurzzeitige intensive Chemoresektion mit Mitomycin C erreicht bei Patienten mit rezidivierendem Blasenkarzinom im Stadium Ta ein Tumoransprechen von 57%.

❏ Die Behandlung ist mit weniger klinisch bedeutsamen unerwünschten Ereignissen im Vergleich zur standardmäßigen transurethralen Resektion des Blasentumors (TURBT) verbunden.


Lindgren MS, Bue P, Azawi N, et al. 2020. The DaBlaCa-13 study: Short-term, intensive chemoresection versus standard adjuvant intravesical instillations in non–muscle-invasive bladder cancer — a randomised controlled trial. Eur Urol 78:856-862.

Januar  2021

Drucken jfs