Harnwegsinfekte
Weniger Antibiotikaverodnungen nach der Immunprophylaxe mit StroVac®


Mit StroVac® steht ein Immunprophylaktikum bei rezidivierenden bakteriellen Harnwegsinfektionen (HWI) zur Verfügung, das in klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen eine hohe Wirksamkeit gezeigt hat [1,2]. Eine aktuelle Analyse von Daten der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ergab, dass im Jahr nach einer Immunisierung mit StroVac® bis zu 70% weniger Antibiotika verordnet wurden als im Vergleichszeitraum von zwei Jahren vor der Immunprophylaxe [3]. Dieser beachtliche Effekt zeigte sich unabhängig vom Alter in allen Patientengruppen [3]. Die Ergebnisse der Analyse untermauern die Empfehlung der aktuellen S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie, StroVac® bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen vor dem Beginn einer antibiotischen Langzeitprävention einzusetzen [4].

Etwa 70% der Frauen erkranken mindestens einmal im Leben an einer Harnwegsinfektion. Bei jeder fünften Frau kommt es zu Rezidiven. Bei überwiegend bakterieller Ursache und hohem Leidensdruck der Betroffenen werden zur Behandlung standardmäßig Antibiotika eingesetzt. Allein zur Therapie von HWI werden jährlich ca. 5,6 Millionen Antibiotika verordnet. Damit sind HWI nach Atemwegsinfektionen der häufigste Grund für Antibiotikaverschreibungen. Doch die wiederholte Antibiotikagabe hat Nachteile: Neben den möglichen Nebenwirkungen der Antibiotika besteht das Risiko, dass sich Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickeln [5].

Empfehlung zur nicht-antibiotischen Rezidivprävention

Die aktuelle interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) zu Diagnose und Behandlung der unkomplizierten, bakteriellen Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten stellt bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen die Immunprophylaxe vor eine antibiotische Langzeitprävention. Neben einer oralen Immunstimulation wird als einzige parenterale Immunstimulation der Impfstoff StroVac® in der Leitlinie aufgeführt [4].

StroVac® – die intramuskuläre Schutzimpfung bei rezidivierenden HWI

Die Vakzine enthält inaktivierte uropathogene Erreger von zehn Stämmen aus fünf Bakterienspezies. Neben sechs verschiedenen Escherichia-coli-Stämmen enthält StroVac® die Bakterienarten Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis, Morganella morganii und Enterococus faecalis [1] und richtet sich somit gegen ca. 85% der häufigsten bakteriellen Erregern von Harnwegsinfektionen [6]. Zur Grundimmunisierung erhält der Patient drei Injektionen im Abstand von jeweils ein bis zwei Wochen in den Deltamuskel des Oberarms. Die Behandlung induziert einen Anstieg des lokal gebildeten sekretorischen IgA im Urin, das die Adhärenz uropathogener Erreger an der Harnblasenwand erschwert [1]. Eine Auffrischung kann nach ca. einem Jahr mit Booster-StroVac® erfolgen [1]. Weitere Booster sind später bei Bedarf möglich.

Immunprophylaxe mit StroVac® hilft Antibiotika bei rezidivierenden HWI einzusparen

Eine aktuelle Analyse von anonymisierten GKV-Daten im Zeitraum von September 2015 bis August 2020 untersuchte die Menge der Verschreibungen von Antibiotika – u.a. Ciprofloxacin, Nitrofurantoin, Trimethoprim, Cotrimoxazol, Fosfomycin-Trometamol – bei Patienten mit rezidivierenden HWI, die eine Immunprophylaxe mit StroVac® erhalten hatten. Die Analyse betrachtet die Antibiotikarezeptierungen im Bereich von zwei Jahren vor und einem Jahr nach Verabreichung der Vakzine. Die Auswertung ergab, dass im Jahr nach einer StroVac®-Impfung bereits weniger Antibiotika verordnet wurden als im Vergleichszeitraum von zwei Jahren vor der Immunisierung. So sanken die Verordnungen von Fosfomycin um 58%, Sulfamethoxazol-Trimethoprim um 61%, Nitrofurantoin um 45% und Ciprofloxacin sogar um 71% nach der Impfung. Dies galt sowohl für jüngere Patienten als auch für Patienten ab 50 Jahren, wie eine Subgruppenanalyse zeigte [3].

Hohe Therapieadhärenz durch Wirksamkeit, Verträglichkeit und Wirtschaftlichkeit

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von StroVac® wurde in klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen belegt. Die Rate an Harnwegsinfektionen pro Patientenjahr bzw. die Zahl an Patienten mit Durchbruchsinfektionen unter Therapie sank um 26%–93% gegenüber Placebo bei akzeptablen Impfreaktionen [2]. Die einfache Anwendung von StroVac® lässt eine hohe Compliance erwarten, insbesondere im Vergleich zu Präparaten wie Mannose, die täglich eingenommen werden müssen. Darüber hinaus zeichnet sich ein Preisvorteil ab: Bereits nach wenigen Monaten ist die intramuskuläre Immunprophylaxe mit inaktivierten Erregern meist kostengünstiger als viele Behandlungen zur Prophylaxe wie z.B. Mannose [7].

Literatur:
[1] StroVac® Fachinformation, Stand Oktober 2020
[2]Vahlensieck W. 2015. Nieren- und Hochdruckkrankheiten 44(7):299–306
[3] IMS® LRx Data 08/2020 Antibiotic Prescriptions Before and After STROVAC-Vaccination
[4] Interdisziplinäre S3-Leitlinie der DGU „Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten“; Stand 2017.
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen_2017-05.pdf (letzter Zugriff Mai 2021)
[5] Forbes R, et al. 2018. Trials 19(1):616
[6] Wagenlehner FME, et al. 2010. Urologe 49:253–261
[7] Lauer-Taxe AVP 01.01.2021


Quelle: Dermapharm AG

Juni 2021

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