ASCO 2021
Pembrolizumab als adjuvante Therapie bei Patienten mit Nierenzellkarzinom nach einer Operation


MSD SHARP & DOHME GmbH gab erstmals Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie KEYNOTE-564 bekannt. Die Studie untersucht den Anti-PD1-Antikörper Pembrolizumab (KEYTRUDA®), als potenzielle adjuvante Behandlung für Patienten mit Nierenzellkarzinom (renal cell carcinoma, RCC), die ein intermediär/hohes oder ein hohes Rezidivrisiko nach einer Nephrektomie (der operativen Entfernung einer Niere) oder nach einer Nephrektomie und Resektion metastasierter Läsionen haben. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 24,1 Monaten (14,9–41,5) zeigte sich unter Pembrolizumab eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verringerung des Rezidiv- oder Sterberisikos um 32% im Vergleich zu Placebo (HR:0,68 [95%-KI: 0,53–0,87]; p=0,0010). Darüber hinaus wurde ein positiver Trend beim Gesamtüberleben (overall survival, OS) beobachtet: Unter Pembrolizumab war das Sterberisiko im Vergleich zu Placebo um 46 % reduziert (HR:0,54 [95%-KI: 0,30–0,96]; p=0,0164). Wie bereits angekündigt, wird die Studie fortgesetzt, um den wichtigen sekundären Endpunkt OS weiterhin zu evaluieren.

Bei fast der Hälfte der Patienten mit Nierenzellkarzinom im Frühstadium kommt es nach der Operation zu einem Rezidiv. Deshalb ist es besonders ermutigend, dass Pembrolizumab in dieser Studie zu einer statistisch signifikanten Verringerung des Rezidiv- bzw. Sterberisikos um 32% im Vergleich zu Placebo führte. Diese Daten unterstreichen, dass Pembrolizumab das Potenzial hat, ein neuer Therapiestandard für Patienten mit Nierenzellkarzinom im Frühstadium zu werden.

Diese aktuellen Ergebnisse wurden am 6. Juni bei der Plenarsitzung auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt (Abstract #LBA5).

In einem breit angelegten klinischen Entwicklungsprogramm, das über 20 klinische Studien und mehr als 4.000 Patienten umfasst, untersucht MSD Pembrolizumab in Kombination oder als Monotherapie sowie andere, sich in der Entwicklung befindliche, Wirkstoffe weiterhin in mehreren Settings und Stadien des RCC. Dazu zählen auch die adjuvante Therapie und die fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung.
Pembrolizumab ist derzeit in den USA, in Europa und Japan in Kombination mit Axitinib zur Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem RCC zugelassen.

Studiendesign und Daten der KEYNOTE-564-Studie

Bei der KEYNOTE-564-Studie handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie (ClinicalTrials.gov, NCT03142334), die Pembrolizumab als Monotherapie im Vergleich zu Placebo für die adjuvante Behandlung von Patienten mit RCC untersucht, bei denen eine Nephrektomie vorgenommen wurde und die ein intermediär/hohes Risiko, ein hohes Risiko oder ein Nierenzellkarzinom mit Klarzellkomponente und Metastasen (M1) ohne Anhalt für einen Tumor (No Evidence of Disease, NED) nach Resektion haben. Die Studie schloss 994 Patienten ein, die nach der Randomisierung entweder Pembrolizumab (200 mg intravenös [i.v.] an Tag 1 jedes 3-wöchigen Zyklus für bis zu 17 Zyklen) oder Placebo (Kochsalzlösung i.v. an Tag 1 jedes 3-wöchigen Zyklus für bis zu 17 Zyklen) erhielten. Der primäre Endpunkt ist das krankheitsfreie Überleben (disease-free survival, DFS) und die sekundären Endpunkte umfassen das OS und das Sicherheitsprofil.

Zum Zeitpunkt des Datenschnitts (14. Dezember 2020) betrug die mediane Nachbeobachtungszeit der Studie 24,1 Monate. Die Ergebnisse zeigten: Pembrolizumab führte im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des DFS bei Patienten mit RCC nach einer Nephrektomie oder nach einer Nephrektomie und Resektion metastasierter Läsionen (HR:0,68 [95%-KI: 0,53–0,87]; p=0,0010). Darüber hinaus betrug die geschätzte 2-Jahres-DFS-Rate 77,3% unter Pembrolizumab gegenüber 68,1% unter Placebo. Insgesamt war der DFS-Nutzen über die Subgruppen hinweg konsistent. Das mediane DFS wurde bisher in keinem der beiden Behandlungsarme erreicht.

Nebenwirkungen (treatment-related adverse events, TRAE) vom Schweregrad 3 bis 5 traten bei 18,9% der Patienten im Pembrolizumab-Arm auf und bei 1,2% der Patienten im Placeboarm. TRAEs, die zu einem Absetzen der Behandlung führten, traten bei 17,6 % der Patienten im Pembrolizumab-Arm auf und bei 0,6% der Patienten im Placebo-Arm. Die häufigsten TRAEs jeglichen Schweregrades (die bei ≥5 % der Patienten auftraten) waren Fatigue (20,3%), Pruritus (18,6%) und Hypothyreose (17,6%) im Pembrolizumab-Arm bzw. Fatigue (14,3%), Pruritus (11,5%) und Diarrhö (10,3%) im Placeboarm. Die häufigsten immunvermittelten unerwünschten Ereignisse jeglichen Grades (die bei ≥3% der Patienten auftraten) waren Hypothyreose (21,1 %) und Hyperthyreose (11,9%) im Pembrolizumab-Arm bzw. Hypothyreose (3,6%) im Placeboarm. Es traten keine behandlungsbedingten Todesfälle auf.

Quelle: MSD Sharp & Dohme GmbH



Juni 2021

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