ASCO-GU 2021
Phase-III-Studie CheckMate -274: Adjuvante Behandlung mit Nivolumab zeigt statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens bei Patienten mit muskelinvasivem Urothelkarzinom


Bristol Myers Squibb gibt die Ergebnisse der Phase-III-Studie CheckMate -274 bekannt. Die Ergebnisse zeigen, dass Nivolumab als adjuvante Behandlung das krankheitsfreie Überleben (Disease-free Survival, DFS) sowohl bei allen randomisierten Hochrisikopatienten mit operativ reseziertem muskelinvasivem Urothelkarzinom (UC) als auch in der Subgruppe der Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression ≥1 % signifikant verbesserte. Damit erreichte die Studie beide primären Endpunkte. Die CheckMate -274 ist die erste positive Phase-III-Studie, die eine Immuntherapie im adjuvanten Setting des muskelinvasiven UC untersucht.

Über alle randomisierten Patienten hinweg führte Nivolumab zu einer annähernden Verdoppelung des durchschnittlichen Zeitraums, den Patienten ohne Rezidiv überlebten, und zeigte ein medianes DFS von 21,0 Monaten verglichen mit 10,9 Monaten unter Placebo. Dies entspricht einer Risikoreduktion von 30% (Hazard Ratio [HR]: 0,70; 98,31 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,54 bis 0,89, p=0,001.

Bei Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression ≥1 % reduzierte Nivolumab das Rezidiv- oder Sterberisiko um 47 %. Dabei wurde das mediane DFS für Nivolumab noch nicht erreicht vs. 10,8 Monate für Placebo (HR: 0,53; 98,87 %-KI: 0,34 bis 0,84, p=0,001. Die Daten wurden am 12. Februar 2021 im Rahmen des Genitourinary Cancers Symposium 2021 der American Society for Clinical Oncology (ASCO) präsentiert (Abstract #391).

„Bei Menschen mit muskelinvasivem Urothelkarzinom wird häufig ein operativer Eingriff zur Entfernung der Blase als lebenserhaltende Maßnahme vorgenommen. Dennoch erleiden mehr als 50% der Patienten ein Rezidiv“, sagte Dean Bajorin, M.D., Onkologe mit Spezialisierung auf urologische Tumoren am Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA. „Patienten, die in der CheckMate -274-Studie mit Nivolumab behandelt wurden, lebten fast doppelt so lang ohne ein Rezidiv zu entwickeln, verglichen mit den mit Placebo behandelten Patienten. Die klinisch bedeutsamen Ergebnisse verfügen über das Potenzial, die Behandlung des muskelinvasiven Urothelkarzinoms zu verändern und können dazu beitragen, den noch großen Bedarf an wirksamen, verträglichen Therapien nach einer Operation zu decken.“

Nivolumab führte auch zu Verbesserungen bei den wichtigsten sekundären Endpunkten, einschließlich der Überlebensdauer ohne Rezidiv außerhalb des Harntrakts (Non-urothelial Tract Recurrence-free Survival, NUTRFS). NUTRFS ist der Zeitraum, den Patienten ohne Rezidiv außerhalb der Blase, des Harnleiters oder des Nierenbeckens überlebten. Von allen randomisierten Patienten hatten diejenigen, die mit Nivolumab behandelt wurden, ein medianes NUTRFS von mehr als zwei Jahren (24,6 Monate), im Vergleich zu 13,7 Monaten unter Placebo (HR: 0,72; 95 %-KI: 0,58 bis 0,89). Bei Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression ≥1 % wurde das mediane NUTRFS unter Nivolumab noch nicht erreicht, gegenüber 10,9 Monaten mit Placebo (HR: 0,54, 95 %-KI: 0,38 bis 0,77).

Das Sicherheitsprofil von Nivolumab war konsistent mit früheren Studien bei Patienten mit soliden Tumoren. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (Treatment-Related Adverse Events, TRAEs) traten bei 77,5% der mit Nivolumab behandelten Patienten auf, im Vergleich zu 55,5% Patienten, die Placebo bekamen. TRAEs vom Schweregrad 3 oder 4 wurden bei 17,9% bzw. 7,2% der Patienten beobachtet.

Indem wir die Immuntherapie in frühere Krebsstadien verlagern, gelingt es uns möglicherweise den Krankheitsverlauf zu unterbrechen, das Auftreten von Rezidiven zu verringern und bessere Therapieergebnisse für die Patienten zu erzielen“, sagte Dana Walker, M.D., M.S.C.E., Vice President, Development Program Lead, Genitourinary Cancers, Bristol Myers Squibb. „Klinische Studien zeigten, dass Nivolumab-basierte Therapien nicht nur als adjuvante Behandlung beim Urothelkarzinom, sondern auch in früheren Stadien des Melanoms sowie des Ösophagus- und Lungenkarzinoms einen Nutzen haben. Wir sind gespannt darauf zu sehen, welche Bedeutung die Ergebnisse der CheckMate -274 für Patienten haben werden und bedanken uns bei den Patienten und Prüfärzten, die an der klinischen Studie teilgenommen haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den weltweiten Zulassungsbehörden, um diese Behandlungsoption denjenigen zugänglich zu machen, die davon profitieren könnten.“



Quelle: Pressemitteilung Bristol Myers Squibb

Februar 2021

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