HPV-Impfung: Abrechnung jetzt deutschlandweit auch für Jungen bequem über Kassenkarte möglich

Alle Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland haben offiziell veröffentlicht, dass die HPV-Impfung für Jungen ab sofort analog zur Impfung für Mädchen verordnet und abgerechnet werden kann. Übernommen werden sowohl die Kosten der Standardimpfung für Jungen im Alter von 9–14 Jahren, als auch für die Nachholimpfung bis zum Alter von 17 Jahren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hatte im Juni letzten Jahres die Impfempfehlung gegen HPV, die bis dahin lediglich für Mädchen galt, auch auf Jungen ausgeweitet [1,2]. Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie war bereits am 30. November 2018 in Kraft getreten [3].

„Deutschland ist beim HPV-Schutz leider immer noch Entwicklungsland. Eine möglichst unbürokratische Abrechnung der Impfung sowohl für Jungen als auch für Mädchen ist die Grundlage dafür, dass alle Beteiligten ohne zusätzliche Hindernisse daran mitwirken können, die Impfquote in Deutschland zu erhöhen“, so Dr. Klaus Schlüter, Director Business Unit Vaccines von MSD. In Deutschland waren im Jahr 2015 nur 44,6% der 17-jährigen Mädchen mit einer vollständigen Impfserie gegen HPV geimpft (Stand 2015) [4]. Für Jungen sind noch keine Daten verfügbar. In anderen Ländern wie Italien, Österreich, der Schweiz oder auch Australien wird die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen bereits seit längerem empfohlen. In australischen Studien konnte der Rückgang bestimmter anogenitaler HPV-bedingter Krebsvorstufen und Genitalwarzen nach Einführung der Impfung gezeigt werden [5,6].

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens über Haut- und Schleimhautkontakt mit HPV [7]. Persistierende Infektionen mit bestimmten HPV-Typen können sowohl bei Frauen, als auch bei Männern zu bestimmten HPV-assoziierten Krebserkrankungen und Genitalwarzen führen. Durch eine Impfung gegen HPV kann man sich vor möglichen Folgen einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen schützen.

Literatur:
[1] Ständige Impfkommission. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut. Epid Bull 2017; 34:333–80.
[2] Robert Koch-Institut. Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Epid Bull 2018; 26:233–54.
[3] Gemeinsamer Bundesausschuss. Letzte Änderungen zu "Schutzimpfungs-Richtlinie: Umsetzung der STIKO-Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren" [abgerufen am 18/12/11]. Verfügbar unter: https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3502/letzte-aenderungen/
[4] Robert Koch-Institut. Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance – Impfquoten ausgewählter Schutzimpfungen in Deutschland. Epid Bull 2018; 1:1–18.
[5] Chow EPF, et al. 2015. Ongoing decline in genital warts among young heterosexuals 7 years after the Australian human papillomavirus (HPV) vaccination programme. Sex Transm Infect 91(3):214–219.
[6] Brotherton JML, et al. 2015. Human papillomavirus vaccination is changing the epidemiology of high-grade cervical lesions in Australia. Cancer Causes Control 26(6):953-954.
[7] Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum. Humane Papillomviren und Krebs: Antworten auf häufige Fragen; 2018 [abgerufen am 18.08.2018]. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv2.php.

Quelle: MSD SHARP & DOHME GMBH



31. Januar 2019

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