Helicobacter pylori IgA in der Samenflüssigkeit infertiler Männer mit Asthenozoospermie

  Helicobacter pylori kolonisiert den Magen und steht im Zusammenhang mit einer Reihe von Krankheiten wie akuter oder chronischer Gastritis, Magengeschwür und Magenkrebs. Andererseits wurden H. pylori-Infektionen auch im Zusammengang mit nicht-gastrointestinalen Krankheiten berichtet. Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass eine Infektion mit H. pylori im Zusammenhang mit Fertilitätsproblemen sowohl bei Männern als auch bei Frauen gehäuft auftritt. Insbesondere die Infektion mit Stämmen, die das cytotoxin-associated gene A protein (CagA) exprimieren wurden mit eingeschränkter Fertilität beim Mann immotilen und nicht lebensfähigen Spermien in Verbindung gebracht.

  Aktuell wurden bei infertilen bei Männern mit Asthenozoospermie und erhöhtem H. pylori IgA-Gehalt in der Samenflüssigkeit Effekte einer antibiotischen Behandlung auf die Spermienqualität untersucht (El-Garem Y, et al. 2014):

  Bei 223 aufeinander folgenden infertilen Patienten mit Asthenozoospermie wurde neben den üblichen Untersuchen und der Samenanalyse auch der Gehalt an H. pylori IgA-Antikörpern in der Samenflüssigkeit bestimmt. Männer mit hohem H. pylori IgA-Gehalt in der Samenflüssigkeit unterzogen sich einer Dreifachtherapie mit Omeprazol 20 mg, Trinidazol 500 mg und Clarithromycin 250 mg zweimal täglich für 2 Wochen.

  Ein erhöhter Gehalt an H. pylori IgA-Antikörpern in der Samenflüssigkeit wurde bei 22 Männern (9,9%) festgestellt. Bei ihnen verringerten sich die IgA-Antikörper unter der antimikrobiellen Behandlung um zwei Drittel. Zugleich verbesserte sich die progressive wie auch nicht progressive Spermienmotilität deutlich, und der Anteil normaler Spermienformen nahm signifikant zu.

Bei infertilen Männern mit erhöhtem IgA-Gehalt gegen H. pylori in der Samenflüssigkeit war die Motilität der Spermien nach antimikrobieller Behandlung signifikant verbessert.
  Auch wenn nur eine relativ kleine Anzahl von Fällen untersucht wurde, und der Vergleich zwischen H. pylori IgA in der Samenflüssigkeit mit der im Serum, sowie Parallelbestimmungen bei Patienten mit normal motilen Spermien ausgelassen wurden, liefert die Studie dennoch gute Anhaltspunkte für einen Faktor, der bei der Ursachenabklärung von Asthenozoospermie nicht außer Acht gelassen werden sollte. Ferner ist aber auch zu bedenken, dass die Prävalenz der H. pylori-Infektion in entwickelten Ländern geringer sein dürfte als im Studienland Ägypten.

El-Garem Y, El-Sawy M, Mostafa T, 2014. Seminal Helicobacter pylori treatment improves sperm motility in infertile asthenozoospermic men. Urology 84:1347-1350.
 

 Februar 2015

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Referat: jfs