Verbindung zwischen metabolischem Syndrom und der Schwere von Symptomen des unteren Harntrakts

  ein Zusammenhang zwischen Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) aufgrund benigner Prostatahyperplasie (BPH) und dem metabolischen Syndrom wurde in mehreren Untersuchungen ermittelt. Allerdings stammen alle bisherigen Daten aus Studien mit asiatischen Männern. Die Zulässigkeit ihrer Übertragung auf Europäer kann nicht als gesichert angesehen werden. Zudem wurde bei den Untersuchungen der Zusammenhang zwischen metabolischem Syndrom und dem Prostatavolumen in den Vordergrund gestellt, ohne dass die Schwere von LUTS entsprechende Berücksichtigung fand.

  Inwieweit LUTS bzw. die Schwere ihrer Ausprägung mit dem metabolischen Syndrom in Verbindung stehen, sollte anhand einer großen Kohorte französischer Männer im Alter über 55 Jahren analysiert werden (Pashootan P, et al. 2014):

  Daten von 4.666 Männer im Alter von 55 bis 100 Jahren wurden für die Analyse herangezogen. Es handelt sich um Patienten, die in einem 12-tägigen Zeitraum im Dezember 2009 einen von 379 Allgemeinärzten konsultiert hatten. Dabei waren der International Prostate Symptom Score (IPSS) sowie anthropologische und Laborwerte zur Abklärung eines metabolischen Syndroms ermittelt worden.

  Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 67,7 Jahre. Ihr mittlerer Body Mass Index (BMI) lag bei 27,6 kg/m2, und 25% von ihnen waren adipös (BMI ≥30 kg/m2). Knapp über die Hälfte (51,5%) der Männer hatte ein metabolisches Syndrom. Dessen häufigste Komponenten waren Bluthochdruck, ein zu großer Bauchumfang und ein erhöhter Nüchternblutzucker. Unter moderaten oder schweren LUTS litten 38,8% bzw. 8,7% der Männer.

Der BMI, der PSA-Spiegel und der IPSS waren jeweils signifikant mit dem metabolischen Syndrom korreliert. Zudem ergab sich eine deutliche Korrelation zwischen metabolischem Syndrom und behandelten LUTS.

Männer mit metabolischem Syndrom hatten einen höheren IPSS. Im Einzelnen wurde eine positive Assoziation zwischen metabolischem Syndrom und der Schwere von LUTS anhand des Gesamt-IPSS, sowie der Scores für Blasenentleerung und Speicherung sowie sogar für jede einzelne Frage des IPSS ermittelt. Der Anteil Männer mit metabolischem Syndrom und die Schwere ihrer LUTS anhand des IPSS geht aus der Abbildung hervor. Andererseits waren die Komponenten des metabolischen Syndroms (Ausnahme: HDL-Cholesterin) in der multivariaten Analyse unabhängige Risikofaktoren für einen hohen IPSS und behandlungsbedürftigen LUTS. Ferner bestand eine positive Assoziation zwischen dem metabolischen Syndrom und dem Prostatavolumen.

Zwischen der Miktionshäufigkeit sowie der Schwere von LUTS im Zusammenhang mit BPH und dem metabolischen Syndrom wurde eine signifikante Beziehung ermittelt.
  Die Behandlungsbedürftigkeit von LUTS steigt mit der Anzahl vorliegender Komponenten des metabolischen Syndroms. Das stellt in Aussicht, dieses stark belastende Gesundheitsproblem mit diätetischen Maßnahmen und durch körperliche Aktivität deutlich bessern zu können.

Pashootan P, Ploussard G, Cocaul A, et al. 2014. Association between metabolic syndrome and severity of lower urinary tract symptoms (LUTS): an observational study in a 4666 European men cohort. BJU Int doi:10.1111/bju.12931 [Epub ahead of print].
 

 Februar 2015

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Referat: jfs