Altershypogonadismus:
Mit Testosteron Muskeln stärken und den Alltag besser bewältigen


Der Altershypogonadismus wird ein zunehmendes gesundheitspolitisches Problem werden. Niedrige Testosteronwerte haben teure Folgen in Form von Muskel- und Knochenabbau, und damit erhöhtem Sturzrisiko. Eine Substitution stimuliert weit mehr als die Libido - sie baut Muskeln auf, verbessert Insulinsensitivität und metabolisches Syndrom, betont Prof. Bruno Lunenfeld als Vorsitzender der International Society for the Study of the Aging Male (ISSAM).

Gute Wirksamkeit bei konstanten Serumspiegeln

Eines der größten Probleme ist seiner festen Überzeugung nach die immer weiter aufgehende Schere zwischen der Lebenserwartung an sich und dem Leben in guter körperlicher und geistiger Verfassung (Health Expectancy). "Vor dem Lebensende sind wir heute über Jahre auf medikamentöse und fremde Hilfe angewiesen. Die Gebrechlichkeit ist die neue Krankheit des Alters", so Lunenfeld. Dass diese Hilfsbedürftigkeit durch ein Testosterondefizit wie beim Altershypogonadismus begünstigt - und durch Substitution verbessert - wird, steht für ihn außer Frage: In Quer- und Längsschnittstudien sind niedrigere Testosteronwerte vergesellschaftet mit stärkerer Hilfsbedürftigkeit, vermindertem Gleichgewichtsgefühl, vermehrten Stürzen. Chronische Erkrankungen senken den Serumspiegel weiter ab.

Alltagsaufgaben besser meistern

Bei höheren Serumwerten bleiben ältere Männer länger in körperlich guter Verfassung, können Alltagsaufgaben besser bewältigen, erleiden weniger Stürze, haben seltener einen Diabetes mellitus und scheinen selbst bei gesicherter Koronarkrankheit länger zu überleben.

Gesicherte Zunahme von Knochen- und Muskelmasse

"Beim Altershypogonadismus liegen gesicherte Ergebnisse zum positiven Einfluss auf Muskel- und Knochenmasse sowie Libido und sexuelle Funktionen vor. Immer mehr Studien zeigen Verbesserungen beim Fett- und Glukose-Metabolismus und verbesserte körperliche Funktionen bei eingeschränkter Mobilität." Als Konsequenz werden beim kommenden Jahreskongress in Hamburg die Evidenz-Level für die Substitution in verschiedenen Punkten angehoben werden, kündigte Lunenfeld an.

Bei Älteren transdermales Gel

Bei der Wahl der Applikationsform plädierte der Endokrinologe eindeutig für die transdermale Gabe, etwa Androtop® Gel: "Anders als bei jungen sollte man mit Depot-Injektionen bei älteren Männern vorsichtig sein. Sie lassen das Testosteron und auch das Hämoglobin sofort kräftig ansteigen." Auch hinsichtlich eines okkulten Prostatakarzinoms sind die Gelform oder auch orale Präparate günstiger, weil die Substitution im Fall des Falles - signifikanter Anstieg von PSA oder Hämatokrit - sofort beendet werden kann.

Rund zwei Wochen nach Beginn der Behandlung können die Patienten bereits angeben, ob die Wirkung hinsichtlich der Lebensqualität ausreichend ist oder nicht. Die Libido verbessert sich sehr schnell, positive metabolische Effekte zeigen sich erst nach drei Monaten oder mehr. Zu einer Hormonkontrolle außerhalb der empfohlenen Intervalle rät Lunenfeld nur dann, wenn die Reaktion auf die Behandlung zu stark oder zu schwach ausfällt.

"Um die gewonnene Muskelmasse tatsächlich auch in eine höhere Muskelkraft umzusetzen, ist die Kombination mit körperlicher Aktivität wichtig", betont der Endokrinologe.

Quelle: Dr. KADE/BESINS.



Mai 2012 Printversion

 
Der Newsletter enthält Literaturreferate aus dem klinischen und wissenschaftlichen Bereich
der Andrologie
fusszeile

 
       © 2003-2019 pro-anima medizin medien   –   impressum   –   mediadaten   –   konzeption
  –   datenschutz